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Geschäftsbericht 2016 I 2017

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Geschäftsbericht 2016 I 2017

Geschäftsbericht 2016/2017 I Steuerberater-Verband e.V. Köln I Verbandsaktivitäten VERBANDSAKTIVITÄTEN Verbandstag am 02. November 2016 Der Verbandstag des Steuerberater-Verbandes e.V. Köln am 02. November 2016 im Hotel Dorint am Heumarkt Köln war wiederum prominent besetzt: Mitglieder und Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und den Medien, Repräsentanten der berufsständischen Institutionen und Kammern, der Finanzverwaltung und Gerichtsbarkeit waren der Einladung gefolgt. Steuerberater-Verband e.V. Köln Akademie für Steuer- und Wirtschaftsrecht Die Ansprache des Präsidenten Aktuelle berufsständische Themen, aber auch politische und wirtschaftliche Entwicklungen waren Themen der Eröffnungsansprache des Präsidenten: Derzeit werde noch heftig bezüglich des Kassengesetz-Entwurfes gerungen, berichtete Präsident Elster, der eineinhalb Wochen zuvor als Sachverständiger des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag war. Elster betonte, dass eine generelle Registrierkassenpflicht Schwarzgeldumsätze nicht verhindern kann. Er räumte allerdings ein, dass der freiwillige Verzicht auf eine offene Ladenkasse auch Vorteile habe: Er verhindere „ungerechtfertigte Hinzuschätzungen in Betriebsprüfungen und reduziere das Risiko einer unter Umständen rufschädigenden Kassennachschau bei laufendem Geschäftsbetrieb“. Präsident Elster sprach sich vehement dagegen aus, dass „Steuergestaltungsmodelle von den steuerberatenden Präsident Elster begrüßt Gäste und Mitglieder Berufen gegenüber der Finanzverwaltung frühzeitig angezeigt werden müssen“. Er betonte, dass „Gesetzgeber und Finanzverwaltung es nicht sehenden Auges hinnehmen können, wenn Steuersparprodukte wie Cum-Ex-Gestaltungen oder Dividendenstripping den Markt schwemmen“. Deutliche Worte fand der Präsident zu der Reform der Erbschaftsteuer, die „ihre Beschlusslage nicht wert“ sei: „Ein so kompliziertes Gesetz wird der Praxis nicht gerecht und sieht sich verfassungsrechtlichen Zweifeln ausgesetzt.“ 12

Verbandsaktivitäten I Steuerberater-Verband e.V. Köln I Geschäftsbericht 2016/2017 Prof. Dr. Nida-Rümelin: „Aufgabe der Philosophie ist das „Klardenken““ Grußworte Benno Scharpenberg, Präsident des Finanzgerichts Köln „Wir erleben die Steuerberaterinnen und Steuerberater als engagierte Kämpfer für das, was wir auch wollen: Rechtschutz für die Bürger“, so positiv äußerte sich der Präsident des Finanzgerichts Köln auf dem Verbandstag über die Kooperation mit dem Berufsstand. Karl-Heinz Bonjean, Präsident der Steuerberaterkammer Köln Der Präsident der Steuerberaterkammer Köln bedankte sich eingangs für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren. In seinem Grußwort plädierte er für ein praktikables Steuerrecht, Bürokratieabbau und eine Verkürzung der Aufbewahrungsfristen. Dr. Horst Vinken, Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) Dr. Horst Vinken gewährte in seinem Grußwort einen „Blick über den Tellerrand hinaus“: Der Bundesverband der Freien Berufe sei nach einigen Jahren der Krise wieder vollständig und zähle aktuell 56 Mitgliedsorganisationen. Seine Aufgabe als Dachverband, in dem auch der DStV Mitglied ist, besteht darin, die berufsübergreifenden Interessen national und international zu vertreten und sich entsprechend zu positionieren. Die Ansprache des Festredners, Prof. Dr. Julian Nida- Rümelin Präsident Elster freute sich, den diesjährigen Festredner anzukündigen: den renommierten Philosophen und Staatsminister a.D. Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, München. Sein Thema: „Die ökonomische Optimierung und ethische Werte“. Als wohl einziger Wissenschaftler in Deutschland hat Prof. Dr. Nida-Rümelin im Laufe seiner Karriere an drei unterschiedlichen Fakultäten unterrichtet: an der mathematischen, naturwissenschaftlichen und philosophischen. Aktuell unterhält er einen Lehrstuhl für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er lobte die Risikobereitschaft der Steuerberater, die nach Prof. Dr. Peter Sloterdijk bereits zum zweiten Mal einen der führenden Philosophen eingeladen hatten. Allerdings verfolgten sie doch sehr unterschiedliche Ansätze. Die Aufgabe der Philosophie bestehe heute nicht darin, die „Rolle der Religionsgemeinschaften, die in eine Krise geraten sind“ zu übernehmen, sondern in der Klärung der Begriffe, im „Klardenken“. So lud er seine Zuhörer zu einer philosophischen Reise durch die Jahrhunderte ein, die sie von Aristoteles und Platon bis zu Thomas Hobbes und Immanuel Kants kategorischem Imperativ führte. Steuerberater-Verband e.V. Köln Akademie für Steuer- und Wirtschaftsrecht 13

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