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Geschäftsbericht 2016 I 2017

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Geschäftsbericht 2016 I 2017

Geschäftsbericht 2016/2017 I Steuerberater-Verband e.V. Köln I Verbandsaktivitäten Neujahrsempfang 2017 in dem die Regeln zum Berufsgeheimnisschutz teilweise neu strukturiert und ergänzt werden sollen. Hierbei geht es um die Strafbarkeit der Berufsangehörigen und deren Angestellten sowie – und das ist neu – um die Strafbarkeit von beauftragten Dienstleistern. Steuerberater-Verband e.V. Köln Akademie für Steuer- und Wirtschaftsrecht Präsident Elster begrüßt FG-Präsident Scharpenberg Ein festlicher Jahresbeginn: Etwa 200 Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Medien begrüßte Präsident Elster zum traditionellen Neujahrsempfang. Die Neujahrsansprache des Präsidenten Harald Elster blickte zurück auf ein ereignisreiches Jahr 2016, geprägt durch Brexit, IS-Terror und die Präsidentschaftswahlen in den USA, deren Folgen noch nicht abzusehen seien. In der zweiten Jahreshälfte 2016 kam, wie der Präsident berichtete, Bewegung in diverse Gesetzesvorhaben: in das Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht, das Bürokratieentlastungsgesetz, das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens, das Kassengesetz, das Gesetz zur Neuregelung des Schutzes von Berufsgeheimnissen bei der Mitwirkung Dritter an der Berufsausübung und aktuell die Überlegungen zur Anzeigepflicht von Steuergestaltungsmodellen. Ab 01.01.2020 sollen Kassen nur noch verwendet werden dürfen mit einer durch das Bundesamt für Informationstechnik zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung; sie müssen mit Sicherheitsmodul, Speichermedium und digitaler Schnittstelle ausgerüstet sein: einem elektronischen Aufzeichnungssystem, das jeden Geschäftsvorfall nachvollziehbar macht. „Anpassungsbedarf“ sieht der Präsident weiterhin in dem „Referentenentwurf“ aus dem Bundesjustizministerium, Abschließend wandte sich der Präsident gegen ein weiteres Gesetzesvorhaben: die Anzeigepflicht für Steuergestaltungsmodelle. Das mit einem Gutachten beauftragte Max-Planck-Institut hatte „testiert, dass eine Anzeigepflicht verfassungsrechtlich zuverlässig ausgestaltet werden kann. Cum-Ex oder andere Steuervermeidungskonzepte sorgen“, wie Elster einräumte, „für einen steigenden politischen Handlungsdruck“. Er wehrte sich jedoch dagegen, „dass der gesamte Berufsstand sowie alle Steuerpflichtigen unter Generalverdacht gestellt“ werden. Grußwort Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Die Kölner Oberbürgermeisterin gab in ihrem Grußwort einen Ausblick auf das Jahr 2017, verbunden mit einem Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr 2016, in dem die Stadt bekannter geworden ist. Als erstes Leitziel nannte sie das Wachstum der Großstadtmetropole, das mit „schwereren Verkehrsbedingungen“ verbunden ist. Als zweites Leitziel nannte Reker die Nachhaltigkeit, die sie ökonomisch, ökologisch und sozial begreift. „Die Stadt verbraucht jedes Jahr 5 % ihres Eigenkapitals“, so die Oberbürgermeisterin, „wir sollten aber nicht auf Kosten der nachfolgenden Generation leben“. Bildung und Verkehr gehörten zu den Prioritäten, die Investitionsquote werde schrittweise gesteigert, und die Stadt sollte attraktiver werden – in Orientierung am „Masterplan Speer“. „Die Wirtschaftsförderung soll noch besser aufgestellt werden“, betonte Reker und erntete Applaus für die Aussage: „Unternehmen sollen sich hier nicht nur aufgehoben fühlen; die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze und ist daher für den sozialen Frieden wichtig.“ Die Metropolregion Rheinland gilt es, wie die Oberbürgermeisterin abschließend hervorhob, zu fördern, um überregional stärker sichtbar zu werden. Zum Stichwort „Köln in Europa“ erinnerte sie an den „Staatsmann im OB-Rock“, Konrad Adenauer, der vor 100 Jahren Kölner Oberbürgermeister wurde. 16

Verbandsaktivitäten I Steuerberater-Verband e.V. Köln I Geschäftsbericht 2016/2017 Erstmals Gast des Verbandes: Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker Steuerberater-Verband e.V. Köln Ansprache Prof. Dr. Werner Görg, Präsident der IHK zu Köln Prof. Dr. Werner Görg, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln, der nach dem Jurastudium in der Groß-BP der Finanzverwaltung gearbeitet und auch das Steuerberaterexamen abgelegt hat, begann seine Ansprache mit Überlegungen zur strukturellen Veränderung des Steuerrechts: „Durch die Digitalisierung entstehen neue Geschäftsmodelle“, stellte er fest. „Neue Klienten wachsen nach, deren Umgang ein völlig anderer sein wird als unserer“. Akademie für Steuer- und Wirtschaftsrecht Kritik übte der IHK-Präsident auch an der aktuellen Version des Erbschaftsteuergesetzes und erteilte eine Absage an die Substanzbesteuerung. Er vermisse ein klares Votum gegen die Vermögenssteuer. Eine „etwas simplere Unternehmenssteuerreform wäre schön“, betonte er. „Ein Klavier, auf dem ich ohne Berater nicht mehr spielen kann, nützt niemandem“. Abschließend ging Prof. Dr. Görg auf die „dramatische Zinsentwicklung“ ein, von der nicht nur Versicherungsunternehmen und Banken, sondern auch die Mandanten betroffen sind. Prof. Dr. Werner Görg wies auf die dramatische Zinsentwicklung hin 17

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