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Geschäftsbericht 2016 I 2017

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Geschäftsbericht 2016 I 2017

Geschäftsbericht 2016/2017 I Steuerberater-Verband e.V. Köln I Aus der Verbandsarbeit Steuerrechtsabteilung / Gutachtendienst / berater depesche Steuerberater-Verband e.V. Köln Akademie für Steuer- und Wirtschaftsrecht Steuerrechtsabteilung Der Verband verfügt seit 1998 über eine Steuerrechtsabteilung, die vor allem durch RA FAStR Dr. Wilfried Bachem repräsentiert wird. Sie leistet den Mitgliedern des Verbandes Hilfestellung bei Fragen aller Art zu steuerrechtlichen Themen sowie zu Problemen rund um Beruf und Kanzlei. In der Regel erfolgen die Anfragen telefonisch und zum Teil per E-Mail oder Brief. Soweit erforderlich, werden die Probleme durch eine qualifizierte Recherche gelöst. Gutachtendienst Auf besonderen Wunsch eines Mitgliedes oder, was eher selten vorkommt, in besonders schwierigen oder besonders umfangreichen Fällen bietet der Verband die Vermittlung eines kostenpflichtigen Gutachtens an. Dazu muss das Mitglied einen Sachverhalt, welcher für Gutachtenzwecke geeignet ist, schriftlich zur Verfügung stellen. Die Sachverhaltsdarstellung sollte ein bis zwei Seiten nicht überschreiten und mit konkreten Fragen abschließen. Die Vermittlung bzw. Suche nach einem geeigneten Gutachter erfolgt durch die Steuerrechtsabteilung. Sofern der Gutachter den Auftrag innerhalb einer Arbeitsstunde erledigen kann, wird das Gutachten ohne Erstellung eines Kostenvoranschlages gefertigt. Andernfalls wird dem Mitglied ein Kostenvoranschlag unterbreitet, und die Arbeit beginnt erst, wenn das Mitglied mit diesem Voranschlag einverstanden ist und den Auftrag erteilt. Abgerechnet wird über den Wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Verbandes. berater depesche Die berater depesche ist ein kostenpflichtiges Informationsmedium des Verbandes, das von StB Dipl.-Fw. Klaus Wittkowski, Studienleiter der Akademie, verfasst und gemeinsam mit RA FAStR Dr. Wilfried Bachem als Chefredakteur verantwortet wird. Sie richtet den Blick auf sämtliche Hauptsteuerarten einschließlich des Verfahrensrechtes und fasst aus diesem Bereich das Wichtigste möglichst knapp und prägnant zusammen. Einleitend werden stets aktuelle Entwicklungen oder Tendenzen aus dem Bereich der Gesetzgebung sowie aus dem Innenleben der Finanzverwaltung vorgestellt. Sodann geht es vor allem um die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs und der Finanzgerichte, die für den Berater von besonderer Bedeutung ist. Dabei wiederum gilt ein besonderes Augenmerk derjenigen Rechtsprechung, die dem Berater Möglichkeiten zur Gestaltung gibt. Diese findet sich oft gerade im Bereich derjenigen BFH-Rechtsprechung, die nicht zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt und daher in der Regel nur in der Rechtsdatenbank juris zu finden ist. Diese sehr anspruchsvolle Leistung ermöglicht es, trotz grundsätzlicher Beschränkung auf vier Seiten sehr viele Themen zu behandeln. Grundsätzlich jedes Thema wird mit einem praxisrelevanten Beratungshinweis oder einem Kommentar verbunden. beraterdepesche 05/2017 PRAXISRELEVANTE ENTWICKLUNGEN · GESETZE ERLASSE · EINZELFRAGEN GERICHTSENTSCHEIDUNGEN Gesetze und Verordnungen • Entwurf der Kassensicherungsverordnung • Gesetz zur Neuregelung des Schutzes von Geheimnissen bei der Mitwirkung Dritter an der Berufsausübung schweigepflichtiger Personen • Bürokratieentlastungsgesetz II Urteile des BFH und der Finanzgerichte • Grunderwerbsteuer bei Einbringung von GmbH-Anteilen in eine GmbH & Co. KG • Häusliches Arbeitszimmer eines Selbstständigen • BFH erkennt „Goldfinger-Modelle“ an • Abgeltungssteuer auf Zinserträge bei mittelbarer Beteiligung • Überschusserzielungsabsicht bei einer nicht mehr betriebsbereiten Immobilie • Anhängiges Verfahren zur Anwendung von § 129 AO bei fehlerhaften E-Daten Bezugspreis Jahresabonnement: Verbandsmitglieder 85 EUR zzgl. 7% MwSt. Nichtmitglieder 125 EUR zzgl. 7% MwSt. Mengenrabatt gemäß Versandbedingungen. Nur für den persönlichen Gebrauch. Vervielfältigungen nicht gestattet. GESETZE UND VERORDNUNGEN Entwurf der Kassensicherungsverordnung Nach § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB wird mit Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wer unbefugt ein fremdes Geheimnis, namentlich ein zum persönlichen Lebensbereich gehörendes Geheimnis oder ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis, offenbart, das ihm u. a. als Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt anvertraut wurde. Diese Regelung setzt Berufsträger einem Das BMF ist durch § 146 Abs. 2 AO in der Fassung des Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen ermächtigt worden, eine Verordnung zur Bestimmung der technischen Anforderungen an elektronische Aufzeichnungs- und Sicherungssysteme im Geschäftsverkehr (Kassensicherungsverordnung – KassenSichV) zu erlassen. Diese Rechtsverordnung hat die Finanzverwaltung nun in einem Referentenentwurf vorgelegt. Hierin konkretisiert die Verwaltung u.a. den Zeitpunkt und die Form der Protokollierung und Speicherung der digitalen Grundaufzeichnung, die technischen Anforderungen an eine digitale Schnittstelle, Anforderungen an die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung und die grundsätzliche Frage, welche elektronischen Aufzeichnungssysteme überhaupt erfasst werden. Der Entwurf der Verordnung wurde den Ministerien, Ländern und Verbänden zur Stellungnahme bis zum 02.05.2017 zugeleitet. Bevor die Verordnung letztlich in Kraft tritt, muss die Bundesregierung die Zustimmung des Bundestages und des Bundesrates einholen (§ 146a Abs. 3 AO). Gesetz zur Neuregelung des Schutzes von Geheimnissen bei der Mitwirkung Dritter an der Berufsausübung schweigepflichtiger Personen Bürokratieentlastungsgesetz II Am 30.03.2017 erfolgte im Bundesrat die dritte Beratung über den Entwurf des Bürokratieentlastungsgesetzes II. In dem Gesetz sollen steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Grenzwerte angehoben werden, um administrativen Aufwand zu reduzieren. Risiko aus, die Daten in einer Cloud speichern und so dem IT-Dienstleister Zugriff auf diese Geheimnisse ermöglichen. Durch den Gesetzesentwurf soll dieses Risiko verringert werden, indem genau diese Art der Offenbarung von Geheimnissen unschädlich sein soll. Der Bundesrat hat zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung Stellung genommen. Eine Beschlussfassung im Bundestag ist jedoch noch nicht erfolgt. So sollen u. a. die Grenze für die umsatzsteuerliche Kleinbetragsregelung, der GWG-Betrag und die Kleinunternehmergrenze angepasst werden. Die berater depesche wird auch im Bereich der Kollegialverbänden Sachsen und Thüringen bezogen und wird dort im Design des sächsischen bzw. thüringischen Kollegialverbandes gedruckt. Die depesche kann im Jahresabonnement zum Preis von 85,00 € zzgl. 7 % MwSt (125,00 € zzgl. 7 % MwSt für Nichtmitglieder) bezogen werden. Die Überschüsse aus dem Verkauf der berater depesche werden in den Wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Verbandes eingestellt. 58

Aus der Verbandsarbeit I Steuerberater-Verband e.V. Köln I Geschäftsbericht 2016/2017 Gehalts- und Praxiskostenumfrage 2016 In 2016 ist erneut eine Gehalts- und Praxiskostenumfrage durchgeführt worden. Die Umfrageergebnisse sind allen Teilnehmern, die verwertbare Angaben gemacht haben, vertraulich zugesendet worden. Hochschulabsolventen; Gehälter Steuerfachangestellte; Gehälter Bilanzbuchhalter; Gehälter Auszubildende; Berufsangehörige als freie Mitarbeiter; Buchhaltungs- und Bilanzsoftware; Datenbanken zur Recherche. Die Ergebnisse sind in einem Tabellenband „Gehalts- und Praxiskostenumfrage 2015/2016“ sowie zusätzlich in einem Grafikband „Gehalts- und Umsatzstrukturen 2016 im Mehrjahresvergleich“ dargestellt worden. Der Tabellenband „Gehalts- und Praxiskostenumfrage 2015/2016“ enthält folgende Tabellen: Art der Praxis; Zahl der Mitarbeiter; Anteil der Umsatzklassen; Anteile einzelner Tätigkeiten an den Honorareinnahmen; Regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit; Urlaubsanspruch; Gewährte Sozial-/ Sonderleistungen; Gehälter angestellte Steuerberater; Gehälter Steuerfachwirte; Gehälter Sekretariat; Gehälter Praxiserwerb und -nachfolge bei steuerberatenden Berufen – Praxenbörse der Verbände – Im Grafikbank „Gehalts- und Umsatzstrukturen 2016 im Mehrjahresvergleich“ sind diese Ergebnisse für einen Mehrjahresvergleich aufbereitet worden. Die aktuelle Auswertung hat den Vergleich der Jahre 2003, 2006, 2009, 2012 und 2014 fortgesetzt. Seit dem Jahre 2012 wird die Umfrage im Zweijahresrhythmus durchgeführt. Die Teilnehmer der Umfrage erhalten diese beiden Auswertungen unentgeltlich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, beide Bände zum Gesamtpreis von 91,59 € zzgl. 7% USt (6,41 €) = 98,00 € brutto entgeltlich zu erwerben. Steuerberater-Verband e.V. Köln Die Praxenbörse stellt ein bundesweit zur Verfügung stehendes Dienstleistungsangebot des Deutschen Steuerberaterverbandes (DStV) und seiner Mitgliedsverbände dar. Sie bietet eine Plattform, auf der sich Verkaufs- und Kaufinteressenten ebenso wie Berufsangehörige, die nur eine Kooperation suchen, treffen können. Die Anbieter konkretisieren ihr Angebot unter einer Chiffre, bleiben also anonym. Ihr Angebot muss von dem Regional- bzw. Landesverband freigeschaltet werden, in dessen Bereich die Chiffreanzeige eingestellt wird. Dort gehen die standardisierten Interessensbekundungen der Interessenten ein. Die Praxenbörse findet sich im Internetangebot des Verbandes unter der Rubrik „Service“. Seit ihrer Überarbeitung vor zwei Jahren kann ein erheblicher Anstieg ihrer Nutzung festgestellt werden. In Nordrhein-Westfalen sind zurzeit 58 Angebote (Vorjahr: 41), davon 15 im Bereich der Postleitzahl 5, verfügbar. Sämtliche Angebote sind innerhalb der letzten zwölf Monate eingestellt worden. Des Weiteren sind zurzeit 59 Suchanzeigen (Vorjahr: 47) in NRW, davon 7 im Bereich der Postleitzahl 5, ersichtlich. Auch hier sind sämtliche Angebote innerhalb der letzten zwölf Monate eingestellt worden. Akademie für Steuer- und Wirtschaftsrecht Der Steuerberater-Verband e.V. Köln leitet, vertreten durch seine Steuerrechtsabteilung, GF RA FAStR Dr. Wilfried Bachem, eingehende Interessensbekundungen standardisiert an den Anbieter weiter. Diesem obliegt, wie bei Chiffreanzeigen üblich, die Entscheidung, ob er den Kontakt zum Interessenten sucht oder nicht. Es findet also keine direkte Kontaktaufnahme zwischen Inserent und Interessent statt. Der Interessent wird lediglich von der Tatsache der Weiterleitung an sich in Kenntnis gesetzt. Über die Kontaktvermittlung hinaus wirkt der Verband auch bei der Durchführung der geplanten Maßnahmen beratend und unterstützend mit. Insbesondere hält er einen Mustervertrag für die Praxisübertragung bereit und steht für weitere Rückfragen zur Verfügung. Ausweislich dieser Internetbörse kann also festgestellt werden, dass der Markt kein reiner Angebotsmarkt mehr ist, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war. Angebot und Nachfrage sind nun im Wesentlichen ausgeglichen. Dies dürfte zum einen auf demographische Aspekte zurückzuführen sein. Auch im Berufsstand der Steuerberater steht nur eine begrenzte Zahl potentieller Nachwuchskräfte zur Verfügung. Darüber hinaus ist die Bereitschaft, sich selbstständig zu machen, über die Jahre und Jahrzehnte gesunken. Die Zahl der Vermittlungsbemühungen ist sehr stark angestiegen. Es gingen ca. 129 auf ein Verkaufs- oder Kooperationsangebot gerichtete Interessenbekundungen ein (Vorjahr: 55, davor 72, 65, 70, 100 und 50 in 2011/2012). 59

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