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VerbandsNachrichten 1 I 2017

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VerbandsNachrichten 1 I 2017

VerbandsNachrichten 1/2017 I Aus dem Verbandsleben „Das Wachstum der Großstadtmetropole Köln stellt uns vor gewaltige Herausforderungen.“ „Die Stadt verbraucht jedes Jahr 5 % ihres Eigenkapitals.“ Henriette Reker Als zweites Leitziel nannte Reker die Nachhaltigkeit, die sie ökonomisch, ökologisch und sozial begreift. „Die Stadt verbraucht jedes Jahr 5 % ihres Eigenkapitals“, so die Oberbürgermeisterin, „wir sollten aber nicht auf Kosten der nachfolgenden Generation leben“. Bildung und Verkehr gehörten zu den Prioritäten, die Investitionsquote werde schrittweise gesteigert, und die Stadt sollte attraktiver werde – in Orientierung am „Masterplan Speer“. Die Sicherheitsarchitektur der Stadt wurde 2016 neu aufgebaut, berichtete die Oberbürgermeisterin, die Zusammenarbeit mit der Polizei und anderen Sicherheitsorganen intensiviert. Die Statistik der tatsächlich begangenen Straftaten zeige eine positive Entwicklung. „Die Wirtschaftsförderung soll noch besser aufgestellt werden“, betonte Reker und erntete Applaus für die Aussage: „Unternehmen sollen sich hier nicht nur aufgehoben fühlen; die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze und ist daher für den sozialen Frieden wichtig.“ Der Fokus liege auf Chancengleichheit, sozialer Gerechtigkeit und Integrationskonzepten für Flüchtlinge. Die geplante Verwaltungsreform sei von den Mitarbeitern gewünscht, und die Digitalisierung ein Schwerpunktthema der nächsten Jahre. Die Metropolregion Rheinland gilt es, wie die Oberbürgermeisterin hervorhob, zu fördern, um überregional stärker sichtbar zu werden. Zum Stichwort „Köln in Europa“ erinnerte sie an den „Staatsmann im OB-Rock“, Konrad Adenauer, der vor 100 Jahren Kölner Oberbürgermeister wurde. Die für 2017 geplante Jubiläumsfestwoche soll vor allem die europäische Idee herausstellen. Ansprache Prof. Dr. Werner Görg, Präsident der IHK zu Köln Prof. Dr. Werner Görg, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln, der nach dem Jurastudium in der Groß-BP der Finanzverwaltung gearbeitet und auch das Steuerberaterexamen abgelegt hat, begann seine Ansprache mit Überlegungen zur strukturellen Veränderung des Steuerrechts: „Durch die Digitalisierung entstehen neue Geschäftsmodelle“, stellte er fest. „Neue Klienten wachsen nach, deren Umgang ein völlig anderer sein wird als unserer“. Scharf kritisierte er die 2016 beschlossenen Änderungen in den körperschaftsteuerlichen Regelungen, wie sie in § 8c und 8d KStG fixiert worden sind. Gefeiert als Initiative des Gesetzgebers zur Förderung von Start-ups, gingen sie „kapital daneben“, kritisierte der IHK-Präsident. Veränderungen der Gesellschafterstruktur oder ein Gesellschafterwechsel können sich fortan steuerschädlich auswirken. Dabei sollten Unternehmen bei Fehlentwicklungen die Möglichkeit haben, neue Gesellschafter einzusetzen oder irgendetwas zu ändern. „§ 8c und 8d KStG sind kapital danebengegangen. Sie werden notwendigen Veränderungen der Geschäftsstrategie nicht gerecht.“ Prof. Dr. Werner Görg Auch Veränderungen der Geschäftsstrategie können sich steuerschädlich auswirken: „Wenn der digitale Vertrieb nicht ausreicht und zusätzlich stationäre Verkaufsstellen eingerichtet Prof. Dr. Werner Görg, Präsident der IHK zu Köln werden, kann der zuvor gemachte Verlust nicht mehr steuerlich genutzt werden“, bemängelte der IHK-Präsident. „Wir müssen die Gründungsbereitschaft von Unternehmen legislatorisch begleiten“, forderte er. „Die Gesetzgebung darf den Strategiewechsel nicht kapital bestrafen!“ Politik habe dem Gebot der Gerechtigkeit zu folgen, und die legislatorische Fehlleistung des § 8d KStG werde von größeren Unternehmen problemlos bewältigt, nicht aber von kleinen und mittleren. Kritik übte der IHK-Präsident auch an der aktuellen Version des Erbschaftsteuergesetzes und erteilte eine Absage an die Substanzbesteuerung. Er vermisse ein klares Votum gegen die Vermögenssteuer. Eine „etwas simplere Unternehmenssteuerreform wäre schön“, betonte er. „Ein Klavier, auf dem ich ohne Berater nicht mehr spielen kann, nützt niemandem“. 10

Aus dem Verbandsleben I VerbandsNachrichten 1/2017 Abschließend ging Prof. Dr. Görg auf die „dramatische Zinsentwicklung“ ein, von der nicht nur Versicherungsunternehmen und Banken, sondern auch die Mandanten betroffen sind. Die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen niedrigen Zinssätze verlangen eine sukzessive Erhöhung der Pensionsrückstellungen, die sich auf die Bilanz der Unternehmen auswirke. Die Abzinsung und eklatante Besteuerung seien ein hochkomplexes Thema, und die intellektuelle Bewältigung dieses Verfahrens so hochkarätig, dass die Begleiter sich beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) wiederfinden würden. Der anschließende Empfang bot Gelegenheit, die sehr unterschiedlichen Thesen dieser hochinteressanten Vorträge zu diskutieren. Prof. Dr. Werner Görg, OB Henriette Reker und MdB Prof. Dr. Heribert Hirte, CDU Antonie Schweitzer, Pressereferentin, HGF Manfred Hofstede und Rodger Kindermann, Präsident der Vereinigung der Europäischen Journalisten Neuwahl des Präsidiums Wie Präsident Elster bereits im Editorial von Heft 4/2016 der VN mitgeteilt hat, ist anlässlich der konstituierenden Sitzung des Vorstandes für die Amtsperiode 2016 – 2010 gem. § 11 Ziff. 3 der Satzung das Präsidium neu gewählt worden. Anlässlich der ersten Sitzung des neu gewählten Präsidiums am 03. Februar 2017 hat sich das Gremium auf die Verteilung folgender Aufgabenbereiche geeinigt: Jedes Mitglied ist eingeladen, in den Arbeitskreisen des Verbandes mitzuarbeiten. Derzeit bestehen sechs Arbeitskreise: • EDV • Gemeinnützigkeit und Vereine • Junge Steuerberater • Prüfende Berufe • Qualitätsmanagement • Restrukturierung und Unternehmensplanung VP StB/vBP Richard Deußen: Er ist Schatzmeister und Obmann für EDV-Fragen. Er leitet nicht nur den Arbeitskreis „EDV“ des Verbandes, sondern auch das „Verbändeforum EDV“ des DStV. VP StB Egbert Dahley: Sein Aufgabengebiet ist die Betreuung der Bezirke. Die Aktivitäten in den Bezirken des Verbandes sollen spürbar erhöht werden, da das einzelne Mitglied den Verband im Wesentlichen über den Bezirk wahrnimmt. VP StB Dahley ist darüber hinaus Vorsitzender des Bezirks Aachen. VP StB/WP Gero Hagemeister kümmert sich um die Betreuung der Arbeitskreise des Verbandes. Er leitet den Arbeitskreis „Prüfende Berufe“. Die Arbeitskreise sind neben den Bezirken ein wichtiges Instrument der Mitgliederbindung. Die Voraussetzung für die Mitarbeit in den Arbeitskreisen ist im Prinzip an keine Voraussetzung geknüpft. VP StB Harald Patt: Die Betreuung der „Offensive Mittelstand“ und die Kontakte zu den Hoch- und Fachhochschulen obliegt VP StB Harald Patt. Die vom Bundesministerium Arbeit und Soziales initiierte „Offensive Mittelstand“ wird von den Organisationen des Berufsstandes – BStBK und DStV – nachdrücklich unterstützt. Es geht dabei auch um die Vermittlung intensiver Kenntnisse im Bereich „Betriebswirtschaft“. Die Vizepräsidenten stehen allen Interessenten in ihren Bereichen für Auskünfte zur Verfügung. Sie können sie über die Geschäftsstelle erreichen. 11

Publikationen

Seminar- und Veranstaltungsübersicht 02 I 2020
Steuerberaterlehrgang 2020
Steuerfachwirtprüfung - Vorbereitungslehrgang auf die Qualifikationsprüfung
Vorbereitungslehrgang auf die Prüfung zum/zur Steuerfachangestellten