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VerbandsNachrichten 1 I 2019

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VerbandsNachrichten 1 I 2019

VerbandsNachrichten 1/2019 I Aktuelles Steuerrecht BMF veröffentlicht Vordruckmuster für Online-Händler Das Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (BGBl. I 2018, 2338) implementiert eine Haftung von Marktplatzbetreibern für die von dort tätigen Händlern nicht gezahlte Umsatzsteuer. Um das Haftungsrisiko einzudämmen, müssen Marktplatzbetreiber von den auf ihrem Marktplatz tätigen Händlern u.a. eine Bescheinigung über deren steuerliche Erfassung vorlegen können. Für die Händler heißt das: Wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, auf der Plattform gesperrt zu werden, sollten sie dem Marktplatzbetreiber die Bescheinigung über ihre steuerliche Erfassung übermitteln. Das BMF hat hierzu am 17.12.2018 ein BMF-Schreiben veröffentlicht: Vordruckmuster zur Antragstellung Online-Händler müssen die Bescheinigung im Sinne des § 22f Abs. 1 Satz 2 UStG über die Erfassung als Steuerpflichtiger (Unternehmer) bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen. Hierfür können sie das vom BMF veröffentlichte Vordruckmuster USt 1 TJ verwenden. Die Verwendung des Musters ist zwar freiwillig. Wählt der Unternehmer aber eine andere Form, muss der Antrag dennoch alle im Muster verlangten Angaben enthalten. Der Antrag kann sowohl per Post als auch per E-Mail an das zuständige Finanzamt versandt werden. Übergangsweise Bescheinigung in Papierform Die Bescheinigung wird seitens der Finanzverwaltung übergangsweise in Papierform erteilt. Sie gilt längstens bis zum 31.12.2021. Der Unternehmer kann sie in ein elektronisches Format überführen und auf elektronischem Weg weiterleiten. Das BMF wird in einem separaten Schreiben mitteilen, wann das Verfahren elektronisch abgewickelt werden wird. Das zuständige Finanzamt stellt dann die notwendigen Informationen den Marktplatzbetreibern zum Datenabruf bereit. Rasches Handeln ist geboten Die neuen Haftungsregelungen halten zwar Übergangsfristen für die Marktplatzbetreiber bereit: Für Händler aus dem Drittland greift die potentielle Haftung ab 01.03.2019; für Händler aus einem EU/EWR-Staat greift sie ab 01.10.2019. Es empfiehlt sich dennoch, die Bescheinigung zeitnah zu beantragen. Die Anträge müssen schließlich auch bearbeitet werden. Liegt bis zum Ende der jeweiligen Übergangsfrist keine entsprechende Bescheinigung vor, ist die Gefahr groß, dass der Marktplatzbetreiber den Händler sperrt, um kein Haftungsrisiko einzugehen. Bescheinigungsausstellung ohne Ermessensentscheidung Die Händler haben einen Rechtsanspruch auf die Erteilung der Bescheinigung. Dies war keineswegs von Anfang an geplant. Ursprünglich sah der Referentenentwurf des BMF eine Ermessensentscheidung der Finanzbehörden für die Erteilung der Bescheinigung vor. Eine Ablehnung wäre in den Fällen möglich gewesen, in denen der Händler in der Vergangenheit seine steuerlichen Pflichten nicht erfüllt hätte und nach der Prognose des Finanzamts auch künftig nicht erfüllen würde. Es war völlig unklar, worauf sich der Verkäufer hätte einstellen müssen. Der Kabinettsentwurf griff erfreulicherweise die hierzu vorgebrachte Kritik des DStV (vgl. DStV-Stellungnahme S 07/18) auf und strich den Ermessensgedanken. 52

Prüfungswesen I VerbandsNachrichten 1/2019 PRÜFUNGSWESEN Stellungnahme zur geplanten Änderung der WiPrPrüfV Mit einer Stellungnahme vom 16.11.2018 hat sich der Arbeitskreis Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung des DStV an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gewendet und um Berücksichtigung der nachfolgenden Punkte im Referentenentwurf für eine Verordnung zur Änderung der Wirtschaftsprüferprüfungsverordnung (WiPrPrüfV) gebeten. Grundsätzlich begrüßt der Arbeitskreis Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung des DStV den vorliegenden Referentenentwurf zur Änderung der WiPrPrüfV. Auch die Neuregelung über die modulare Gliederung der Prüfung nach § 5 bewertet der DStV insgesamt positiv. Sie weist deutliche Vorteile gegenüber der bisherigen vergleichbaren Praxis der Ergänzungsprüfung auf. Die Frist zur Ablegung der Modulprüfungen, die im Referentenentwurf laut § 5 Satz 8 sechs Jahre beträgt, betrachtet der DStV jedoch als problematisch. Hierfür gibt es zwei Gründe, die beide auf den Konsumentenschutz zurückzuführen sind. Zum einen reduziert die vorgeschlagene Regelung den Schwierigkeitsgrad der abzulegenden Prüfung übermäßig. Dies hat unmittelbar einen massiven Einfluss auf die Außenwirkung des Wirtschaftsprüferexamens und die Qualität der geprüften Wirtschaftsprüfer. Eine Frist von sechs Jahren zur Ablegung von vier Modulprüfungen würde den Anspruch an die Kandidaten deutlich reduzieren. So könnten auch Kandidaten den Titel des Wirtschaftsprüfers erwerben, welche dem fordernden Tätigkeitsfeld der Wirtschaftsprüfung nicht gewachsen sind. Dies läuft dem Gedanken des Konsumentenschutzes durch qualitätsbasierte Zugangsbeschränkungen zuwider, wie sie auch für Anwälte oder Steuerberater üblich sind. Zum andern führt die oben erläuterte erhebliche Ausdehnung des möglichen Prüfungszeitraumes dazu, dass Kandidaten ausschließlich punktuell lernen und vermehrt Spezialwissen in den Prüfungsgebieten aufbauen. Kandidaten mögen dann zwar über Spezialwissen in Bezug auf die zuletzt abgelegte Prüfung verfügen. Eine Aussage über die Versiertheit in den zuerst abgelegten Prüfungsgebieten ist jedoch nicht ohne weiteres möglich, wenn die erste Modulprüfung bis zu sechs Jahre zurückliegen kann. Hier wird vernachlässigt, dass die zu prüfenden Themengebiete in der Praxis ständig komplexer werden und daher oft ein zusammenhängendes fächerübergreifendes Wissen verlangen. Vor diesem Hintergrund schlägt der DStV vor, die Frist für das Ablegen von Modulprüfungen auf vier Jahre zu begrenzen. Die Kandidaten könnten so pro Jahr eine Modulprüfung ablegen. Diese Frist orientiert sich an den gängigen Fristen für Studiengänge, welche häufig acht Semester betragen und damit einen erprobten Zeitrahmen für die Erfüllung von Prüfungsleistungen einerseits, bei gleichzeitiger Wahrung des erworbenen Wissens andererseits, darstellen. Bereits eine Aufteilung der erforderlichen Module über einen Zeitraum von vier Jahren stellt gegenüber dem bisherigen Prüfungszeitrahmen eine erhebliche Erleichterung dar. Dem AK Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung des DStV gehören an: Präsident WP/StB Harald Elster, VP WP/StB Dipl.- Kfm. Gero Hagemeister, WP/StB Dipl.-Kfm. Prof. Dr. Hans-Michael Korth, WP/StB Dipl.-Kfm. Dr. Jürgen Maiß, WP/StB Dipl.-Kfm. Michael Meyer, WP/StB Dipl.-Kfm. Hans-Christoph Seewald, WP/StB Dipl.-Kfm. Marcus Tuschen, WP/StB Dipl.-Kfm. Christian Witte, StB/Synd-RA Norman Peters und StB Dipl.-Kfm. Mathias Fortenbacher. APAS Neue Internetpräsenz Seit dem 12. Februar 2019 hat die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) unter www.apasbafa.bund.de ihren neuen Internetauftritt. Hier erhalten Sie Informationen zu den Tätigkeiten der APAS, insbesondere zu Inspektionen bei Abschlussprüfern von Unternehmen von öffentlichem Interesse, zur anlassbezogenen Berufsaufsicht und zur öffentlichen, fachbezogenen Aufsicht über die WPK. Die Themen der APAS waren bislang ausschließlich auf der Internetseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu finden. 53

Publikationen

Steuerberaterlehrgang 2020
Vorbereitungslehrgang 1 I 2020 auf die Prüfung zum/zur Steuerfachangestellten