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VerbandsNachrichten 1 I 2019

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VerbandsNachrichten 1 I 2019

VerbandsNachrichten 1/2019 I Europa EUROPA Ein gutes Jahr für die Entwicklung der ETAF in Brüssel V.l.n.r. Antonio Venneri, ETAF, Prof. Dr. H.-Michael Korth, DStV, Alexis de Biolley, IEC-IAB, Luigi Carunchio, CNDCE, Michael Schick, BStBK/ETAF, Melek Gecici, BStBK, Philippe Arraou, ETAF, Andrea Rabb, MOKLASZ, Dr. Jan Trommer, DStV, Prof. Dr. Axel Pestke, DStV, Volker Kaiser BStBK, Gabriela Stan, CECCAR und Eva Cervera-Lozano, BStBK Am 20.11.2018 fanden sich in Brüssel Mitglieder der European Tax Adviser Federation (ETAF) für die letzte Board-Sitzung im Jahr 2018 zusammen. Unter der Leitung von ETAF-Präsident Philippe Arraou, Frankreich, diskutierten Vertreter aller Mitgliedsorganisationen, darunter auch die 2018 neu hinzugekommenen Mitglieder aus Ungarn und Rumänien, das zurückliegende Jahr und die positive Entwicklung der Interessenvertretung der regulierten steuerberatenden Berufe unter dem Dach der ETAF. Besonders positive Erwähnung fand dabei die erheblich gesteigerte Sichtbarkeit der ETAF in Brüssel. Dies sei vor allem auch auf eine sehr intensive Interessenvertretung gegenüber europäischen Amtsträgern und die im Jahr 2018 veranstalteten erfolgreichen Konferenzen zu aktuellen steuer- und berufsrechtlichen Themen zurückzuführen. Im Board wurde darüber hinaus über aktuelle Entwicklungen im Steuerrecht sowie im Berufsrecht aus europäischer und nationaler Perspektive gesprochen, außerdem über Möglichkeiten, wie sich die ETAF bezüglich der anstehenden Wahl des Europaparlaments Ende Mai 2019 positionieren kann. Für den DStV nahmen StB/WP Prof. Dr. Hans-Michael Korth, RA/FAStR Prof. Dr. Axel Pestke und Dr. Jan Trommer an der Sitzung teil. 56

Europa I VerbandsNachrichten 1/2019 Erfolgreiche ETAF-Konferenz zu der Frage, ob die Digitalisierung die Besteuerung erleichtern wird Mehr als 100 internationale Teilnehmer aus den Reihen der Politik, der beruflichen Interessenvertretung und der digitalen Wirtschaft nahmen am 20.11.2018 in Brüssel an der durch die European Tax Adviser Federation (ETAF) organisierten Konferenz zu Herausforderungen der Besteuerung in einer zunehmend digitalen Welt teil. Hauptthema der Konferenz waren die Auswirkungen der Digitalisierung auf die verschiedenen europäischen Steuersysteme. In seiner Begrüßungsrede legte Philippe Arraou, Präsident der ETAF, dar, dass die Digitalisierung auch immer eine Chance für die Mitgliedstaaten sei. Zwar habe der Berufsstand gegenwärtig auch viel mit Veränderungen und immer neuen Herausforderungen zu kämpfen. Er betonte aber, dass die Steuerberater auch in Zukunft eine Schlüsselrolle in einem System der fairen Besteuerung einnehmen müssen und werden. Jedoch sei es nicht nur Aufgabe der Steuerberater, sich den digitalen Herausforderungen zu stellen. Was für die Beraterschaft gelte, gelte ebenso für die Finanzverwaltungen, die „eine hoch entwickelte digitale Infrastruktur für den Steuererhebungsprozess und die beteiligten Akteure bereitstellen“ sollten, so Arraou. Den Impulsvortrag hielt David Boublil, Mitglied des Kabinetts von EU-Kommissar Pierre Moscovici, Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll. In seinem Vortrag wies Boublil auf die massiven Veränderungen hin, welche die Digitalisierung in den letzten Jahren in der Wirtschaft mit sich brachte. Compliance-Fragen stellten die Betroffenen zwar vor bedeutende Herausforderungen, jedoch seien damit auch immer Chancen und neue Möglichkeiten entstanden. Mit dem Einsatz digitaler Technologien innerhalb des Steuersystems, so betonte Boublil, könne die Digitalisierung viel Nutzen für die Steuerzahler und die Finanzverwaltungen bringen. Besonders eine schnellere und effizientere Verarbeitung von besteuerungsrelevanten Daten durch die Finanzverwaltungen sei von Vorteil für alle Steuerzahler. Denn, so Boublil, die Digitalisierung müsse allen Steuerzahlern gleich zu Gute kommen. Die Steuerberater forderte Boublil auf, sich an die Gegebenheiten von zunehmend digitalen Verarbeitungsprozessen anzupassen, denn Steuerberater seien, besonders aufgrund der komplizierten Natur der Besteuerung in den Mitgliedstaaten, ein wesentlicher Bestandteil des Steuersystems und nicht ersetzbar. Es war erfreulich zu hören, dass damit ein Vertreter der EU-Kommission die Kompliziertheit steuerlicher Regelungen anerkannte – im deutlichen Gegensatz zu Vertretern der Generaldirektion Binnenmarkt, die diese permanent in Zweifel ziehen. Das erste Panel, bestehend aus David Boublil, Elo Madiste, Steuerberater und Mitglied der Ständigen Vertretung Estlands bei der David Boublil, Mitglied des Kabinetts von EU-Kommissar Pierre Moscovici, Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll EU, Michel Van Hoegaerden, Programmmanager beim föderalen öffentlichen Finanzdienst von Belgien und Luigi Carunchio, ETAF und Dottore Commercialista aus Italien, setzten sich mit den unmittelbaren Auswirkungen der Digitalisierung auf das Verhältnis zwischen Steuerpflichtigen und Steuerbehörden auseinander. Einen ersten Impuls setzte Elo Madiste, indem sie die Vorteile von digitalen Prozessen erläuterte. Dabei verwies sie auf ihr Heimatland Estland, welches als EU-Vorzeigeland in puntco Digitalisierung gilt. Die Digitalisierung habe sich in Estland durchgesetzt und der Steuerverwaltung dabei geholfen, Steuererklärungen effizienter und schneller zu verarbeiten, so Madiste. Sie betonte, dass heute in Estland 99 % der Steuererklärungen in digitaler Form eingereicht werden. Das Nutzen digitaler Kommunikationsmedien stelle dabei keine größeren Herausforderungen für die Bevölkerung mehr dar. Michel van Hoegaarden beschrieb, dass es Ziel der Finanzverwaltung in Belgien sei, die elektronischen Steuererklärungen in ähnlicher Weise wie in Estland zu nutzen. Für ihn stellten die neuen Verarbeitungsprozesse vielmehr eine Partnerschaft zwischen Regierungen und Unternehmen dar, damit die automatisch von der Regierung gesammelten Daten und Informationen einfacher verarbeitet werden können. Er erwarte jedoch auch, dass sich die Rolle der Steuerberater in einem solchen, vom direkten Austausch geprägten Prozess zwar verändern, dabei aber auch noch an Bedeutung gewinnen werde. Eine auch im Nachgang durchaus kontrovers diskutierte Entwicklung beschrieb Luigi Carunchio. Dabei ging es um das neue „E-Invoicing-System“, welches ab dem 01.01.2019 in Italien verpflichtend ist. Dabei stellt die italienische Regierung eine einheitliche Plattform bereit, über die jede Rechnung in Italien fortan laufen soll. Carunchio erläuterte dabei die Risiken, die vor allem mit dem Schutz der in den elektronischen Rechnungen enthaltenen Daten verbunden sind. David Boublil nutze die Diskussion, um erneut auf die Wichtigkeit gemeinsamer Regeln in 57

Publikationen

Steuerberaterlehrgang 2020
Vorbereitungslehrgang 1 I 2020 auf die Prüfung zum/zur Steuerfachangestellten