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VerbandsNachrichten 2 I 2018

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VerbandsNachrichten 2 I 2018

VerbandsNachrichten 2/2018 I Aktuelles Steuerrecht AKTUELLES STEUERRECHT GoBD: AWV-Praxisleitfaden veröffentlicht Seit dem 01.01.2015 gilt das BMF-Schreiben zu den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Noch immer bestehen in der Praxis große Unsicherheiten bei der Anwendung der Regeln. Angesichts der Bedenken aus der Praxis hat die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. (AWV) auf Initiative und in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Wirtschaftskammern und -verbänden wie auch dem DStV, in ihrem Arbeitskreis „Auslegung der GoB beim Einsatz neuer Organisationstechnologien“ einen umfangreichen Praxisleitfaden entwickelt. Dieser soll Unternehmen und deren steuerlichen Beratern als Orientierungshilfe dienen und zu einem besseren Verständnis der GoBD beitragen. Der Leitfaden wendet sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen. Er soll den Leser unterstützen, qualifizierte Entscheidungen zur Organisation der elektronischen Buchführung zu treffen. Insbesondere werden das notwendige Hintergrundwissen, konkrete Anwendungshinweise zu Schwerpunktthemen und eine Darstellung der umstrittenen Punkte praxisnah vermittelt. Die Kapitel des Praxisleitfadens sind einheitlich gegliedert und enthalten u.a. folgende Abschnitte: • Praxisfragen, • Umsetzungsempfehlungen, • kritische Würdigung und • wesentliche GoBD-Passagen. Die Publikation kann kostenfrei über die Internetseite der AWV bestellt und heruntergeladen werden. Den Leitfaden findet man unter www.awv-net.de/gobd-praxisleitfaden . Der AWV-Arbeitskreis plant, den GoBD-Leitfaden auch zukünftig an aktuelle Entwicklungen anzupassen und weiterzuentwickeln. Als nächsten wichtigen Schritt gilt es daher, der Praxis ein ausführliches Kapitel zum Thema „Verfahren und Verfahrensdokumentation“ zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird der Leitfaden vom Einsatz und Feedback seiner Anwender leben. Werbungskostenabzug bei beruflicher Nutzung einer im Miteigentum von Ehegatten stehenden Wohnung Nutzt ein Miteigentümer allein eine Wohnung zu beruflichen Zwecken, kann er AfA und Schuldzinsen nur entsprechend seinem Miteigentumsanteil als Werbungskosten geltend machen, wenn die Darlehen zum Erwerb der Wohnung gemeinsam aufgenommen wurden und Zins und Tilgung von einem gemeinsamen Konto beglichen werden. BFH, Urt. v. 06.12.2017, VI R 41/15, StBdirekt Nr. 17546 Aktualisierte Arbeitshilfe zur Kaufpreisaufteilung Das BMF hat seine Arbeitshilfe zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises für ein bebautes Grundstück (Kaufpreisaufteilung) aktualisiert (Stand März 2018). Zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage für Absetzungen für Abnutzung von Gebäuden (§ 7 Absatz 4 bis 5a EStG) ist es in der Praxis häufig erforderlich, einen Gesamtkaufpreis für ein bebautes Grundstück auf das Gebäude, das der Abnutzung unterliegt, sowie den nicht abnutzbaren Grund und Boden aufzuteilen. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist ein Gesamtkaufpreis für ein bebautes Grundstück nicht nach der sogenannten Restwertmethode, sondern nach dem Verhältnis der Verkehrswerte oder Teilwerte auf den Grund und Boden einerseits sowie das Gebäude andererseits aufzuteilen (vgl. BFH-Urteil v. 10.10.2000 IX R 86/97). Die obersten Finanzbehörden von Bund und Ländern stellen eine Arbeitshilfe als xls-Datei zur Verfügung, die es unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtspre- 54

Aktuelles Steuerrecht I VerbandsNachrichten 2/2018 chung ermöglicht, in einem typisierten Verfahren entweder eine Kaufpreisaufteilung selbst vorzunehmen oder die Plausibilität einer vorliegenden Kaufpreisaufteilung zu prüfen. Zusätzlich steht eine Anleitung für die Berechnung zur Aufteilung eines Grundstückskaufpreises zur Verfügung. Nach wie vor gilt: Bei der Arbeitshilfe handelt es sich um ein Hilfsprogramm, das das Finanzamt seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellt. Gleichzeitig ist es ein „Serviceangebot“ an die Steuerbürger. Da es sich dabei nicht um eine Verwaltungsanweisung handelt, sind die Finanzbeamten ausnahmslos nicht daran gebunden. Das bedeutet, dass Steuerpflichtige und ihre Berater, die zu einer abweichenden Kaufpreisaufteilung kommen, die „qualifizierte Schätzung“ des Tools widerlegen können. Dafür bedarf es einer sachverständigen Begründung. „Sachverständig begründet“ bedeutet jedoch nicht, dass zwingend ein Sachverständigengutachten hinzugezogen werden muss. Die Arbeitshilfe sowie die Anleitung für die Berechnung zur Aufteilung eines Grundstückskaufpreises finden Sie auf der Homepage des BMF. Vermietung von Grundstücken mit Einrichtungsgegenständen Die Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 12 Satz 1 Buchst. a UStG umfasst auch die Vermietung möblierter Räume oder Gebäude, wenn diese auf Dauer angelegt ist. Die Leistungen, die für die Nutzung einer gemieteten Immobilie nützlich oder sogar notwendig sind, können im jeweiligen Einzelfall entweder unabhängig von der Vermietung der Immobilie bestehen, Nebenleistung darstellen oder von der Vermietung untrennbar sein und mit dieser eine einheitliche Leistung bilden. Die Grundsätze dieses Schreibens sind in allen offenen Fällen anzuwenden. BMF, Schr. v. 08.12.2017 - III C 3 - S 7168/08/10005, DStR 2017, 2742 Krankenversicherungsbeiträge nur für eine Basisabsicherung abziehbar 1. Ist ein Steuerpflichtiger sowohl Pflichtmitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse als auch freiwillig privat krankenversichert, kann er lediglich die Beiträge gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a EStG abziehen, die er an die gesetzliche Krankenversicherung entrichtet. 2. Der Abzug der nicht als Sonderausgaben abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge als außergewöhnliche Belastung scheidet ebenfalls aus. BFH, Urt. v. 29.11.2017, X R 5/17, StBdirekt Nr. 17487 Dachertüchtigung für eine Photovoltaikanlage Beim Vorsteuerabzug aus einer Werkslieferung für die gesamte Dachfläche eines Gebäudes muss die Verwendungsmöglichkeit des gesamten Gebäudes in die durch § 15 Abs. 1 S. 2 UStG vorgegebene Verhältnisrechnung einbezogen werden. Das Urteil birgt eine unerfreuliche Überraschung für die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Dächern privat genutzter Häuser, soweit Leistungsbezüge für die vorbereitende Dacherneuerung anfallen. Der BFH sieht in der Dachsanierung eine Werklieferung des Dachs als Teil des Gesamtgebäudes, so dass die Mindestnutzung von 10 % als Voraussetzung für den Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 1 S. 2 UStG an der Gesamtnutzung des Gebäudes zu messen ist. BFH, Urt. v. 03.08.2017, V R 59/16, StBdirekt Nr. 17182 und StBdirekt Nr. 17505 55

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