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VerbandsNachrichten 2 I 2019

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VerbandsNachrichten 2 I 2019

VerbandsNachrichten 2/2019 I Sonstige Berufspolitik SONSTIGE BERUFSPOLITIK DATEV: Milliarde € Umsatz geknackt Antonie Schweitzer, Köln Positive Nachrichten aus Nürnberg: Stolz verkündete der DATEV-Vorstandsvorsitzende am 20.03.2019 anlässlich einer Telefon-Pressekonferenz die vorläufigen Highlights aus dem Geschäftsjahr 2018. Eine Milliarde Umsatz konnte erzielt werden. Das war zwar fast schon einmal in der Geschichte der Genossenschaft der Fall, erläuterte Dr. Robert Mayr, damals allerdings noch in DM. Als Belohnung und zusätzliche Motivation erhielten alle Mitarbeiter ein Paar Laufschuhe mit drei grünen Streifen – als Sondermodell eines bekannten Herstellers. Mit 5,7 % plus und einer Steigerung um 56,1 Mio. auf 1.034 Mio. Umsatz entspricht dieses Ergebnis dem stärksten absoluten Wachstum der vergangenen zehn Jahre. Das erfolgreiche Jahr 2017 und auch die eigenen Planungen konnten noch einmal deutlich übertroffen werden. Die DATEV Wachstumsrate lag erneut über der Entwicklung des IT-Markts (+ 3,1 %) sowie des Bruttoinlandsprodukts (+ 1,5 %). Verantwortlich für diese rasante Entwicklung ist nach Auskunft des DATEV-Vorstandsvorsitzenden die fortschreitende Digitalisierung der betriebswirtschaftlichen Prozesse in den Bereichen Buchführung, Bilanzierung und Steuerdeklaration. Sie verursachte eine steigende Nachfrage nach Softwareprodukten und Cloud-Lösungen. „Für die digitale Zusammenarbeit zwischen den steuerlichen Beratern, den Unternehmen und den Arbeitnehmern sind wir mit unseren innovativen, effizienten und rechtssicheren Angeboten bestens positioniert und arbeiten weiter daran“, betonte Dr. Robert Mayr. Wie Finanzvorstand Diana Windmeißer ergänzte, generierte das Rechnungswesen mit einem Plus von 19,2 Mio. € (+ 6,2 %) über ein Drittel des DATEV Umsatzwachstums. Auch der Bereich Personalwirtschaft verzeichnete eine deutliche Steigerung – mit etwa 13 Mio. Arbeitnehmern, die ihre monatliche Gehaltsabrechnung über die DATEV erhielten. Große Zuwächse verbuchten ebenfalls die Cloud-Lösungen. So nutzten 312.000 Unternehmen das DATEV-Rechenzentrum für den digitalen Belegaustausch mit ihrem Steuerberater; und die Anzahl der dort gespeicherten Buchungsbelege stieg um rund 250 Mio. auf mehr als 950 Mio. Pro Monat kamen im Schnitt 7.600 Unternehmen hinzu, die digitales Belegbuchen nutzen, während 2017 der monatliche Zuwachs noch 4.700 betrug. Insgesamt lag das Betriebsergebnis mit 74,6 Mio. € um 14,1 Mio. € über dem Vorjahreswert. Während die Anzahl der Mitglieder sich um 252 auf 40.303 reduzierte, was nach Auskunft des Finanzvorstandes Windmei- 38

Sonstige Berufspolitik I VerbandsNachrichten 2/2019 ßer auf die Konzentrationstendenzen in der Branche zurückzuführen ist, stieg die Anzahl der Kunden um 39.000 auf 301.334 (im Vorjahr waren es 262.075). Als Wachstumstreiber wirkten sich auch die positive Konjunktur und der Arbeitsmarkt aus. Nach der im letzten Jahr durchgesetzten und nicht unumstrittenen Satzungsänderung ist es der DATEV erstmals in der Geschichte der Genossenschaft möglich, mit ihren Dienstleistungen direkt an Endkunden heranzutreten. Diesen Paradigmenwechsel kommentiert Dr. Mayr als einen im Zeitalter der Internationalisierung wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Bereits Anfang 2020 soll für nicht beratene Steuerpflichtige die Möglichkeit bestehen, ihre Steuererklärung 2019 über eine DATEV APP Lösung abzufassen. Die Anbahnungsplattform, die 2019 freigeschaltet werden soll, soll zudem auf strategischer Ebene die Funktion erfüllen, dem Steuerbürger bei Bedarf rasch den geeigneten Berater zuzuführen. Mit insgesamt 7.606 Mitarbeitern, davon 314 neuen Kräften, die vorwiegend in den großen Bereichen Entwicklung, Service und Vertrieb sowie Produktion angestellt wurden, will die DATEV die Herausforderungen der Zukunft meistern. Ein Cross Solution Center (XSC) wurde aufgebaut, um Synergieeffekte zu nutzen. Crossfunktionale Teams sollen strategische Projekte beschleunigen und die Reaktionsfähigkeit der Organisation auf Marktveränderungen erhöhen. 43,0 Mio. € sollen an die Mitglieder in Form einer genossenschaftlichen Rückvergütung ausgezahlt werden. Im Vergleich zum Vorjahr (41,2 Mio. €) bleibt die Rückvergütungsquote mit 5,0 % des rückvergütungsfähigen Jahresumsatzes konstant. Die Auszahlung der genossenschaftlichen Rückvergütung erfolgt nach der Feststellung des Jahresabschlusses durch die 50. ordentliche Vertreterversammlung am 28. Juni 2019. Der DATEV Vorstandsvorsitzende prognostizierte abschließend der Branche ein goldenes Zeitalter, da der Bedarf an kompetenter Steuerberatung weiter ansteige. Der Blick in die Kristallkugel verspreche ein erfolgreiches Jahr 2019, das die Erwartungen voraussichtlich erneut übertreffen werde. Verschwiegenheit in Gefahr! – Europaparlament verabschiedet Whistleblower-Richtlinie Am 16.04.2019 hat das Europaparlament die Richtlinie zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden (sog. Whistleblower Richtlinie) verabschiedet. Damit ist nun auch die letzte Hürde für einen europaweit einheitlichen Schutz von Hinweisgebern genommen. Der Richtlinientext wird nun im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und muss dann innerhalb von zwei Jahren in den Mitgliedstaaten umgesetzt werden. „Leider wird die Whistleblower-Richtlinie die Verschwiegenheitspflichten von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern aushebeln“ Harald Elster „Die Einführung eines europaweiten gleichen Schutzstandards ist ein wichtiger Schritt nach vorne für den Schutz von Whistleblowern“, betonte der Präsident des DStV, StB/WP Harald Elster. Aus rechtsstaatlicher und berufsrechtlicher Sicht hat der finale Richtlinientext jedoch nur zu Kopfschütteln und Unverständnis geführt. „Leider wird die Whistleblower-Richtlinie die Verschwiegenheitspflichten von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern aushebeln“, so Elster. Der Richtlinientext schaffe zwar bewusst eine Ausnahme für anwaltliche und ärztliche Verschwiegenheitspflichten. „Das ist problematisch, denn Rechtsanwälte können in Deutschland steuerberatend tätig sein“, stellte Elster fest. „Es ist nicht nachzuvollziehen, dass auf europäischer Ebene eine Unterscheidung zwischen der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht und den Verschwiegenheitspflichten von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern eingeführt wird“, erklärte der Präsident des DStV. „Es liegt auf der Hand, dass dies in Deutschland zu praxisrelevanten Problemen führen wird“, so Elster. Kleinere Korrekturen im Richtlinientext hätten hier eine ausgewogene Lösung schaffen können, welche allen Parteien geholfen hätten. „In einer Zwei-Personen Kanzlei ist ein interner Meldekanal schlichtweg überflüssig“ Harald Elster Auch bleibt unklar, wie Kanzleien die übrigen konkreten Anforderungen der Richtlinie umsetzen sollen. „Besonders die Schaffung von internen Meldekanälen, wie sie durch die Richtlinie gefordert werden, ist in der Praxis kaum umsetzbar“, erklärt Elster. „In einer Zwei-Personen Kanzlei ist ein interner Meldekanal schlichtweg überflüssig“, so Elster weiter. 39

Publikationen

Steuerberaterlehrgang 2020
Seminar- und Veranstaltungsübersicht 02 I 2020
Vorbereitungslehrgang 1 I 2020 auf die Prüfung zum/zur Steuerfachangestellten