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VerbandsNachrichten 3 I 2017

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VerbandsNachrichten 3 I 2017

VerbandsNachrichten 3/2017 I Sonstige Berufspolitik DATEV-Jahrespressekonferenz 2017 – Mit Rückenwind in die digitale Zukunft Von Antonie Schweitzer Unter dem Stichwort „DATEV 2025“ hatte der Vorstandsvorsitzende vor gut einem Jahr die strategischen Felder des Unternehmens vorgestellt. „Im Kern geht es darum, dass wir unsere Mitglieder und Kunden aktiv durch die digitale Transformation begleiten – und sie bei der Digitalisierung, Vernetzung und Automatisierung von kaufmännischen, personal-wirtschaftlichen und deklaratorischen Prozessen unterstützen“. Sein Resümee der Entwicklung in den letzten zwölf Monaten fiel positiv aus; als Beleg führte er den geschäftlichen Erfolg des Unternehmens 2016 und im ersten Halbjahr 2017 an. „Im Kern geht es darum, dass wir unsere Mitglieder und Kunden aktiv durch die digitale Transformation begleiten – und sie bei der Digitalisierung, Vernetzung und Automatisierung von kaufmännischen, personalwirtschaftlichen und deklaratorischen Prozessen unterstützen“ Dr. Robert Mayr Vorstandsvorsitzender Dr. Robert Mayr Eine automatisierte Buchführung – Zukunftsmusik? Wie soll eine Maschine die Inhalte einer Rechnung erfassen, interpretieren und dann korrekt verbuchen? Dr. Robert Mayrs Antworten auf diese Fragen klangen sehr optimistisch: „Noch vor ein paar Jahren hätten wir das für Science-Fiction gehalten, aber heute wissen wir, dass es möglich ist. Und glauben Sie mir, es wird schneller gehen, als wir alle denken!“ „Noch vor ein paar Jahren hätten wir das für Science-Fiction gehalten, aber heute wissen wir, dass es möglich ist. Und glauben Sie mir, es wird schneller gehen, als wir alle denken!“ Dr. Robert Mayr Digitalisierung von Prozessen in der Cloud Die Cloud-Lösungen für betriebs-, personalwirtschaftliche und deklaratorische Prozesse wurden weiter ausgebaut, insbesondere DATEV Unternehmen online, berichtete der Vorstandsvorsitzende. Die Plattform für die medienbruchfreie Abwicklung von Geschäftsvorfällen und die digitalisierte Zusammenarbeit mit dem Steuerberater wird bereits von 94.000 Mandanten genutzt. Über Scan-Apps wie die mit Smartphone nutzbare DATEV Upload mobil können Quittungen und Rechnungen direkt in die digitale Belegverwaltung hochgeladen werden. Die Cloud-Plattform DATEV Arbeitnehmer online wurde um das Modul „Meine Reisen“ ergänzt, das die Erfassung der für die Abrechnung einer Dienstfahrt relevanten Daten und deren Weiterleitung an die Abrechnungsstelle erlaubt. Für Wirtschaftsprüfer wurde die App DATEV Abschlussprüfung mobil entwickelt. Mit dem Tablet oder Smartphone können Prüfungsnachweise – auch offline – erfasst und später online über eine gesicherte Verbindung in das DATEV Rechenzentrum hochgeladen und von dort aus in die elektronische Prüfungsakte eingefügt werden. 36

Sonstige Berufspolitik I VerbandsNachrichten 3/2017 Vernetzung von Prozessen Mindestens ebenso wichtig wie die Digitalisierung ist die Vernetzung zwischen Steuerberatern, Mandanten und Dritten, hob Dr. Mayr hervor. In der „hybriden Datenwelt“ herrsche derzeit noch eine babylonische Formatvielfalt, und der maschinenlesbare Rechnungsstandard ZUGFeRD werde noch viel zu wenig verwendet. Erleichtert werde der Austausch von Daten durch die Plattform DATEV SmartTransfer, die die Dokumente des Absenders automatisch in das Wunschformat des Empfängers konvertiert. Um den Marktentwicklungen in unterschiedlichen Branchen gerecht zu werden, öffnet sich die DATEV in noch stärkerem Maße als bisher für Partner, deren Programme das Produktportfolio der Genossenschaft sinnvoll ergänzen – DATEV SmartTransfer ist dafür ein Beispiel. Automatisierung von Routineaufgaben Digitalisierung und Vernetzung bilden, wie Dr. Mayr erläuterte, die Basis für das Thema, das die digitale Transformation in Zukunft noch mehr beschleunigen wird: Automatisierung. Der Startschuss sei allerdings längst gefallen, man denke nur an Smart-Home-Anwendungen oder die von Amazon eingeführte Sprachsteuerung Alexa. Als Beispiel aus dem Hause DATEV führte er die Software Juristische Textanalyse für Anwaltskanzleien an, die wichtige Informationen in einem maschinenlesbaren Dokument erkennt, kategorisiert und markiert. Eine von Dr. Mayr vorgestellte DATEV-Machbarkeitsstudie analysiert die Möglichkeiten für die Automatisierung der Finanzbuchhandlung auf Basis künstlicher Intelligenz – selbstverständlich unter Berücksichtigung der geltenden Datenschutzrichtlinien. Den Ergebnissen zufolge erreiche man heute, bei einem recht überschaubaren Bestand an Testdaten, bereits eine Trefferquote von über 90 %. „Den Steuerberatern geht es gut“, so Dr. Mayrs Bilanz, verbunden mit der Prognose: „Allerdings werden die klassischen Tätigkeitsfelder wie Deklaration, Finanz- und Lohnbuchhaltung durch die fortschreitende Automatisierung an Relevanz einbüßen.“ Es werde zu einer deutlichen Ausdifferenzierung von Kanzleiprofilen kommen, die ihre Spezialisierung in vielfältigen Beratungsfeldern finden. Denn die Unsicherheit in den Unternehmen sei infolge zahlreicher gesetzlicher Neuerungen sehr groß, insbesondere zu Themen wie Compliance, Liquidität auf Basis der Analyse tagesaktueller Buchungen und Outsourcing-Dienstleitungen für betriebswirtschaftliche und personalbezogene Prozesse. „Den Steuerberatern geht es gut... ... Allerdings werden die klassischen Tätigkeitsfelder wie Deklaration, Finanz- und Lohnbuchhaltung durch die fortschreitende Automatisierung an Relevanz einbüßen.“ Dr. Robert Mayr Interne Transformation der DATEV Um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden, hat auch die DATEV wichtige Personalentscheidungen getroffen: Mit Prof. Dr. Christian Bär wurde ein Chief Digital Officer auf Geschäftsleitungsebene installiert, der für die Koordination all dieser Themen verantwortlich ist. Gleichzeitig wurden unter Dr. Lars Meyer-Pries, seit Herbst 2016 Mitglied der Geschäftsleitung, die Strategieabteilung, Marktbeobachtung und Entwicklung von Innovationsthemen gebündelt. „Beide arbeiten“, wie Dr. Mayr betonte, „für das gleiche Ziel: die digitale Transformation zu gestalten und ihre Chancen für das Unternehmen zu nutzen.“ Hoher Veränderungsdruck im Berufsstand Die digitale Transformation erzeugt einen hohen Veränderungsdruck, wie Dr. Mayr am Beispiel Brockhaus erläuterte, das von Wikipedia überrollt wurde. Auch in den steuerberatenden Berufen konstatierte er „deutlich sichtbare Auswirkungen“. Zusammen mit dem Berufsstand werde überlegt, wie sich daraus weitere Umsatzpozenziale, etwa durch neue Beratungsleistungen und Zielgruppen, erschließen lassen. Mit dem „Finger am Puls der Zeit“ soll das neu gegründete DATEV Lab ein „Treiber für radikale Ideen“ sein, die dort schnell aufgegriffen, analysiert und prototypisch umgesetzt werden. Interdisziplinäre Teams mit Mitarbeitern aus allen Unternehmensbereichen, die befristet aus ihrem Tagesgeschäft herausgeholt werden, sollen den Austausch anregen und gedankliche Barrieren durchbrechen. Für Input von außen und Vernetzung sorgt die Zusammenarbeit mit Startups, Hochschulen und Forschungseinheiten. Mittels des „DATEV-Branchenbarometers für Steuerberater“ wird ermittelt, inwieweit die Veränderungsnotwendigkeit in den Berufsständen angekommen ist. Analog des ifo-Geschäftsklimaindexes werden die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Erwartungen im Berufsstand abgefragt – allerdings nur drei Mal im Jahr. Gutes Geschäftsjahr 2016 Im Geschäftsjahr 2016 betrug, wie Diana Windmeißer, im Vorstand verantwortlich für Finanzen und Einkauf, ausführte, der Umsatz der DATEV 928,3 Mio. €. Das bedeutet einen Anstieg von 43,1 Mio. € bzw. 4,9 % gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt die DATEV deutlich über dem Wachstum der deutschen Gesamtwirtschaft in Höhe von 1,9 %. Das Betriebsergebnis betrug, 37

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Seminar- und Veranstaltungsübersicht 02 I 2020
Steuerberaterlehrgang 2020
Steuerfachwirtprüfung - Vorbereitungslehrgang auf die Qualifikationsprüfung
Vorbereitungslehrgang auf die Prüfung zum/zur Steuerfachangestellten