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VerbandsNachrichten 3 I 2019

VerbandsNachrichten 3 I 2019

VerbandsNachrichten 3/2019 I Sonstige Berufspolitik läuft ein iteratives Testvorgehen mit 65 „Steuerbürgern“, deren Anzahl bis Anfang 2020 sukzessive auf 500 erhöht werden soll. Den Nutzern dieser Plattform werden immer wieder Absprungund Kontaktpunkte zu DATEV-Mitgliedern angeboten, die sie über die im Mai 2019 ohne große Werbeaktionen freigeschaltete Plattform DATEV Smart Experts erreichen. Die dort angelegten Profile von Steuerberatern, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern decken ganz Deutschland ab, versicherte Dr. Mayr, und in den ersten zweieinhalb Betriebsmonaten wurden täglich fast 1.900 Suchanfragen gestellt. Über das System erfolgten insgesamt knapp 900 Kontaktaufnahmen. In einer kontrollierten Freigabe befindet sich seit Herbst 2018 auch DATEV Meine Steuern: Das ist neben den genannten zwei Komponenten die dritte zur Zusammenarbeit von privaten und gewerblichen Mandanten und Steuerberatern. Auf diese Plattform können Mandanten und Steuerberater jederzeit gemeinsam Zugriff haben sowie Informationen austauschen. Dokumente und Belege können unterjährig direkt digitalisiert und erfasst werden, was den Abschluss der Steuererklärung vereinfacht. Die Marktfreigabe dieser Lösung ist für Oktober 2019 geplant. In der Entwicklung dieser neuen Angebote habe man auch intensiv mit dem Software-Unternehmen Adorsys zusammengearbeitet, erklärte Dr. Mayr, einem 2006 in Nürnberg gegründeten Start-up, das mittlerweile 130 Mitarbeiter beschäftigt. Vorbehaltlich der Freigabe durch die Kartellbehörde werde man sich mit 25,9 % an Adorsys beteiligen, um die entstandenen Geschäftsbeziehungen zu vertiefen und der DATEV den Zugang zu dem Spezial- und Erfahrungswissen dieses „innovativen und regionalen IT-Dienstleisters“ zu ermöglichen, der für seine Kunden den gesamten Transformationsprozess abbildet. Neuigkeiten aus dem DATEV Lab Mit der Gründung des Al Labs innerhalb des DATEV Labs habe man die Weichen für den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz gelegt: Das neu gegründete Expertenteam sei die zentrale Anlaufstelle, quasi die „Keimzelle“ für alle Fachabteilungen in Sachen KI, berichtete Dr. Mayr. „Das Al Lab berät, analysiert und unterstützt bei der prototypischen Umsetzung konkreter Einsatzszenarien. Auch Kooperationen mit Forschungseinrichtungen oder Start-ups sind für das Lab eine Option.“ In der Zusammenarbeit mit Dritten, zum Beispiel mit Tech Founders, dem Accelerator-Programm der TU aus München, spüre man deutlich, „wie dringend die von der Bundesregierung angekündigte KI-Förderung benötigt wird – und dass es trotzdem noch zu wenig ist, um nur annähernd mit den Programmen in anderen Ländern mitzuhalten“. Künstliche Intelligenz in der Praxis, erläuterte Dr. Mayr, erfülle klar definierte Aufgaben: „Sprachassistenten, Chatbots und Wissensmanagement können beispielsweise helfen, Daten zu strukturieren und schnell verfügbar zu machen. Über die Erkennung und Zuordnung von Informationen auf Belegen oder die semantische Interpretation von Rechnungen lässt sich der Automatisierungsgrad in Programmen erhöhen“. Allerdings werde die Expertise der Menschen, die diese Werkzeuge betreiben, dadurch mitnichten obsolet, betonte der DATEV Vorstandsvorsitzende. „Es sind weiterhin die Menschen, die KI-betriebene Systeme einsetzen und entscheiden. Übertragen auf die kaufmännischen Prozesse sehen wir ganz klar die Steuerberater als die Experten. Sie sind diejenigen, die mit ihrer Expertise beispielsweise die Automatisierung und Digitalisierung der Prozesse gestalten.“ „Es sind weiterhin die Menschen, die KI-betriebene Systeme einsetzen und entscheiden....“ Dr. Robert Mayr Am Beispiel des Einsatzszenarios „Automatisierung der Finanzbuchhaltung“, kurz „FIBU“, beschrieb Dr. Mayr die automatisierte Verarbeitung von Rechnungen im Echtbetrieb mit ausgewählten Kanzleien. Hinzugenommen werden soll im Laufe des Jahres die automatisierte Verarbeitung von Kontoumsätzen. Klar sei jedoch, dass die FIBU-Automatisierung das Buchungswissen des Experten braucht. „Ohne dieses kann das System keinen echten Mehrwert schaffen – und genau deswegen ist unsere FIBU-Automatisierung nur für unsere Mitglieder konzipiert.“ KI werde weiterhin im Anwenderservice eingesetzt: Stellt der Anwender dort in natürlicher Sprache eine Frage ein, sucht sie nach Lösungen, die anderen Anwendern in vergleichbaren Situationen weitergeholfen hat. „Das System leistet quasi Hilfe zur Selbsthilfe und entlastet so den Service von einfachen Routineanfragen“. Die durch KI freigewordenen Ressourcen können bei der Behandlung komplexerer Fälle eingesetzt werden. Dr. Mayr empfahl abschließend allen Anwesenden den Besuch des im Rahmen des Nürnberg Digital Festivals ausgerichteten DATEV DigiCamps – ein offenes Veranstaltungsformat, das Mitarbeitern und Besuchern die Diskussion aller möglichen Digitalisierungsthemen aus dem engeren und weiteren DATEV-Umfeld ermöglicht. DATEV: Milliarde € Umsatz geknackt! Finanzvorstand Diana Windmeißer bestätigte den im März dieses Jahres als vorläufig bekanntgegebenen und durch die Vertreterversammlung der Genossenschaft am 28. Juni festgestellten Jahresabschluss. Mit 5,7 % plus um gut 56 Mio. € auf 1.034 Mio. € Umsatz erreichte das Unternehmen das stärkste absolute Wachstum der vergangenen zehn Jahre. Das erfolgreiche Jahr 2017 mit 978 Mio. € Umsatz wie auch die eigenen Planungen wurden übertroffen. 48

Sonstige Berufspolitik I VerbandsNachrichten 3/2019 Die DATEV Wachstumsrate lag erneut über der Entwicklung des IT-Markts (+ 3,1 %) sowie des Bruttoinlandsprodukts (+ 1,5 %). Das Betriebsergebnis übertraf den Vorjahreswert mit 74,6 Mio. € um 14,1 Mio. €. Die Mitglieder partizipieren an dieser positiven Gesamtentwicklung in Form einer genossenschaftlichen Rückvergütung von fünf Prozent bzw. 43,0 Mio. €, die an sie ausgezahlt werden. Als stärksten Umsatzträger identifizierte Finanzvorstand Windmeißer das Rechnungswesen mit einem Plus von 19,2 Mio. € (+ 6,2 %), dicht gefolgt von dem Bereich Personalwirtschaft mit 7,0 Mio. €. Hier stieg die Anzahl der Arbeitnehmer, die ihre monatliche Gehaltsabrechnung über die DATEV erhielten, auf etwa 13 Mio. pro Monat. IT-Management erzielte 6,8 Mio. und alle anderen Produktgruppen 23,1 Mio. €. Insgesamt konnten 46 % des Wachstums aus Cloud-Lösungen generiert werden. (V.l.n.r.): Diana Windmeißer, Dr. Robert Mayr, Andreas Fischer (Pressearbeit), Eckhard Schwarzer, Julia Bangerth, Prof. Dr. Peter Krug Den Betriebsaufwand bezifferte Diana Windmeißer auf 964,8 Mio. € (im Vorjahr 919,7), das Betriebsergebnis auf 74,6 Mio. € (Vorjahr 60,5) und Investitionen auf 75,1 Mio. € (im Vorjahr 46,2). Die Anzahl der Mitarbeiter stieg um 314 auf 7.606 (im Vorjahr 7.292). Der Blick in die Kristallkugel verspricht ein erfolgreiches Jahr 2019. Im ersten Halbjahr wurden 546 Mio. € Umsatz erzielt (im 1. Halbjahr 2018 waren es 512,3 Mio. €), die Anzahl der Mitarbeiter stieg auf 7.760 (im 1. Halbjahr 2018 auf 7.387) und die der Kunden auf 324.800 (im 1. Halbjahr 2018 auf 283.700). Dass die Anzahl der Mitglieder sich um 252 auf 40.303 reduzierte, ist nach Auskunft von Finanzvorstand Windmeißer auf die Konzentrationstendenzen in der Branche zurückzuführen. Als „relevante Größe“ bezeichnete Windmeißer die Anzahl der Kunden, zu denen „Mitglieder, Unternehmen und andere Institutionen“ gehören. Sie stieg um 39.000 auf etwa 302.500 (im Vorjahr waren es 263.400), was einem Plus von 15 % entspricht. Als erfreulich bezeichnete Diana Windmeißer, dass sich knapp 300.000 Arbeitnehmer neu bei dem Cloud-Angebot Arbeitnehmer Online registriert haben und so ihre Gehaltsabrechnungen digital über ein gesichertes Portal abrufen. Ende Juni 2019 waren es bereits 900.000 registrierte Arbeitnehmer. „Mit unserer Strategie und unseren innovativen und zukunftsweisenden Produkten und Lösungen sind wir weiterhin sehr gut positioniert, um auch künftig nachhaltig zu wachsen und erfolgreich zu sein“, so das Resümee des Finanzvorstandes. „Mit unserer Strategie und unseren innovativen und zukunftsweisenden Produkten und Lösungen sind wir weiterhin sehr gut positioniert, um auch künftig nachhaltig zu wachsen und erfolgreich zu sein“ Diana Windmeißer Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) verstößt gegen EU-Recht Die Bundesrepublik Deutschland hat dadurch gegen ihre Verpflichtungen aus Art. 15 Abs. 1, Abs. 2 Buchst. g und Abs. 3 der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt verstoßen, dass sie verbindliche Honorare für die Planungsleistungen von Architekten und Ingenieuren beibehalten hat. EuGH, Urt. v. 04.07.2019, C-377/17, Kommission ./. BRD (unterstützt durch Ungarn als Streithelfer) 49

Publikationen

Online-Intensivlehrgang I/2020
Seminar- und Veranstaltungsübersicht 02 I 2020
Steuerberaterlehrgang 2020
Steuerfachwirtprüfung - Vorbereitungslehrgang auf die Qualifikationsprüfung
Vorbereitungslehrgang auf die Prüfung zum/zur Steuerfachangestellten
Die neue StBVV – Alle Änderungen im Überblick
Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen