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VerbandsNachrichten 3 I 2019

VerbandsNachrichten 3 I 2019

VerbandsNachrichten 3/2019 I Prüfungswesen IDW Prüfungsstandard: Die Prüfung des internen Kontrollsystems beim Dienstleistungsunternehmen (IDW PS 951) Der Arbeitskreis Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung des Deutschen Steuerberaterverbands e.V. (DStV) hat die Verlautbarung des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) zum IDW PS 951 n.F. („Die Prüfung des internen Kontrollsystems beim Dienstleistungsunternehmen“) erörtert und gegenüber dem IDW mit Stellungnahme B 01/19 v. 05.06.2019 die folgenden Änderungen angeregt. 1. Anmerkungen zum IDW PS 951 Aufgrund von Hinweisen unserer Mitglieder haben wir uns im „Arbeitskreis Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung“ des Deutschen Steuerberaterverbands e.V. (DStV) mit den Formulierungsbeispielen der „Bescheinigung eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers über die Beschreibung des dienstleistungsbezogenen internen Kontrollsystems und die Ausgestaltung von Kontrollen“ befasst, die dem IDW PS 951 als Anlagen 1 und 2 beigefügt sind. Darin heißt es unter anderem: „Diese Bescheinigung und die Berichterstattung über die Prüfung sind ausschließlich zur Nutzung durch die gesetzlichen Vertreter der ... [Firma des Dienstleistungsunternehmens] sowie ihrer Kunden und deren Abschlussprüfer bestimmt, sofern diese die Bescheinigung mit unserer ausdrücklichen Zustimmung erhalten haben und über ausreichende Kenntnisse verfügen, um diesen Bericht, zusammen mit weiteren Informationen, u.a. zu von den Kunden selbst betriebenen Kontrollen, bei der Erlangung eines Verständnisses über die Dienstleistung [Nennung der Dienstleistung] zu berücksichtigen.“ Die Bescheinigung im Sinne des IDW PS 951 richtet sich neben den Abschlussprüfern der jeweiligen Kunden auch an das Dienstleistungsunternehmen sowie die Kunden selbst. Unseres Erachtens wird der Inhalt der Aussage durch die Komplexität des Satzes auch für fachkundige Leser unnötig verschleiert. Zudem können sich aus derart unverständlichen Aussagen negative Auswirkungen auf die Außendarstellung des Berufsstands der Wirtschaftsprüfer ergeben. Der Berufsstand tut sich mit solchen Bandwurmsätzen keinen Gefallen. Weiterhin heißt es in dem Formulierungsbeispiel: „Darüber hinaus unterliegt das dienstleistungsbezogene interne Kontrollsystem systemimmanenten Grenzen, die möglicherweise dazu führen, dass Verarbeitungsfehler auftreten, ohne erkannt zu werden.“ Ohne weitere Kenntnisse über systemimmanente Grenzen eines internen Kontrollsystems ist die Bedeutung dieser Aussage kaum adäquat einzuschätzen. Es kann missverständlich sein, da die Auswirkung der systemimmanenten Grenzen auf die Zuverlässigkeit des internen Kontrollsystems unklar bleibt. Außerdem ist die Konsequenz für die durchgeführte Prüfung nicht deutlich. Für einen Adressaten, der mit den Formulierungen der Prüfungsstandards nicht eingehend vertraut ist, ist der Einfluss der systemimmanenten Grenzen des internen Kontrollsystems auf die erlangte Prüfungssicherheit aus dieser Aussage kaum zu entnehmen. Er könnte das Prüfungsurteil insgesamt in Zweifel ziehen. Außerdem wird in dem Formulierungsbeispiel ausgeführt: „Ferner bergen Schlussfolgerungen für die Zukunft auf Grundlage unserer Feststellungen das Risiko, dass aufgrund von Änderungen des dienstleistungsbezogenen internen Kontrollsystems die Zulässigkeit dieser Schlussfolgerungen beeinträchtigt werden kann.“ Auch diese Formulierung ist nur schwer verständlich. Zum Ausdruck gebracht werden soll, dass sich die Prüfung der Angemessenheit und der Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen lediglich auf den Prüfungszeitraum bezieht und daher das Prüfungsurteil nicht uneingeschränkt auf zukünftige Zeiträume übertragbar ist. Dies sollte in dem Formulierungsbeispiel deutlicher werden. Einige unserer Mitglieder sahen sich aufgrund der dargestellten Sachverhalte gezwungen, von den Formulierungsbeispielen abzuweichen. Wir empfehlen daher, die Formulierungen der Anlagen 1 und 2 zum IDW PS 951 kritisch zu überprüfen und redaktionell anzupassen. 2. Allgemeine Anregungen Grundsätzlich sieht der Arbeitskreis die sehr lang und vage gehaltenen Formulierungen als problematisch an, da diese in der Praxis im Rahmen der Prüfungshandlungen nicht zur gewünschten Unterstützung führen. Allgemein nimmt der Arbeitskreis eine gewisse Grundtendenz zu unpräzisen oder schwierig formulierten Veröffentlichungen des IDW wahr. Diese Tendenz ist gerade vor dem angestrebten Ziel, die Nachwuchsgewinnung für den Berufsstand zu forcieren, kritisch zu beurteilen. Die mangelnde Klarheit und theoretische Überfrachtung der Prüfungsstandards könnten dazu führen, dass Interessenten sich davon abschrecken lassen und sich gegen das Berufsziel des Wirtschaftsprüfers entscheiden. Aus diesem Grund regt der Arbeitskreis an, künftige Veröffentlichungen vor allem durch vermehrte Beispiele praxisnäher zu formulieren. Mitglieder des Arbeitskreises Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung sind aus dem Kölner Bereich Präsident WP/StB Harald Elster sowie Vizepräsident WP/StB Dipl.Kfm. Gero Hagemeister. 58

Prüfungswesen I VerbandsNachrichten 3/2019 Lünendonkstudie zur Wirtschaftsprüfung 2018 Das Lünendonkunternehmen veröffentlicht jährlich verschiedene B2B-Anbieterrankings. Unter anderem liegt eine neue Studie betreffend Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vor. Prognose: In 2026 werden mehr Prüfungshandlungen mittels Maschinen ausgeführt als durch Menschen Danach beschäftigen sich die deutschen WP-Gesellschaften immer ernsthafter mit der IT-gestützten Abschlussprüfung. Dies zeigt ein Anstieg der Investitionen in diesem Gebiet, vor allem innerhalb der 25 nach Umsatz führenden WP-Gesellschaften. So glaubt diese Gruppe, dass im Jahr 2026 mehr Prüfungshandlungen autonom mittels Rechner ausgeführt werden als durch Menschen. Damit einher geht die Forderung nach einer Veränderung der Ausbildung sowie des WP-Examens, um sowohl dem technischen Fortschritt als auch dem Rückgang der Absolventenzahlen zu begegnen. Das sind erste Ergebnisse der LünendonkListe und -Studie 2019 „Führende Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland“, die das Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder, Mindelheim, in Frankfurt am Main veröffentlichte. Das Ranking steht unter www.luenendonk.de zum Download bereit. Top 25 legen in 2018 um 7,8 % zu Bereinigt um Ausreißer sind die 25 führenden WP-Gesellschaften im Geschäftsjahr 2018 im Mittel um 7,8 % gewachsen (2017: 7,3 %). Die Entwicklungen der einzelnen Prüfer verliefen indes recht unterschiedlich. Die Grenzwerte liegen bei + 22,5 % in der Spitze und ./. 4,3 % am Ende. Hier zeigt sich, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen am Wachstum partizipierten. In Summe erzielten die Top 25 im Jahr 2018 einen Umsatz in Höhe von 9,15 Milliarden €. Das entspricht einem Wachstum von 8,8 % im Vergleich zum Vorjahr (2017: 8,4 Mrd. €). Bei einem Marktvolumen von 15,3 Milliarden € decken die Top 25 rund 60 % des deutschen WP-Markts ab (Big-Four-Marktanteil Deloitte, EY, KPMG und PwC: 48,5 %). Das höchste prozentuale Wachstum innerhalb der Top 25 der Lünendonk-Liste 2019 erzielte RSM mit + 46,2 %. Hier macht sich die Integration von mehreren WP-Gesellschaften bemerkbar. Innerhalb der Big Four fällt vor allem die erneut gute Entwicklung von Deloitte auf (+ 18,1 %). Und auch KPMG fand nach einem schwächeren 2017 zu alter Form zurück (+ 10,2 %). Lünendonk-Liste im Überblick: PwC weiterhin Marktführer; Deloitte mit höchstem Wachstum PricewaterhouseCoopers (PwC) ist weiterhin die größte WP-Gesellschaft Deutschlands. Mit einem Wachstum von 4,1 % steigerte das Unternehmen den Inlandsumsatz auf 2.156,2 Millionen €. Im Vorjahr konnte PwC noch um 9,1 % zulegen. Weiterhin auf Position zwei liegt Ernst & Young (EY) mit 1.970,0 Millionen € (+ 7,8 %). In 2018 und 2019 machte das Big-Four-Unternehmen Schlagzeilen aufgrund der erfolgreichen Gewinne namhafter Prüfungsmandate wie Deutsche Bank, Lufthansa und Volkswagen. KPMG bleibt EY mit 1.830,0 Millionen € auf den Fersen. Nach einem durchwachsenen Geschäftsjahr 2017 legte die Berliner WP-Gesellschaft in 2018 zweistellig zu (+ 10,2 %) und überzeugte vor allem in der Managementberatung. Deloitte wartet erneut innerhalb der Big Four mit dem höchsten Wachstum im Geschäftsjahr auf: Das Unternehmen kommt bei einer Umsatzsteigerung von 18,1 % auf nunmehr 1.465,0 Millionen €. Auch diesmal konnte Deloitte auch im Audit-Geschäft zweistellig zulegen. Hinsichtlich der zurückliegenden drei Jahre wurde der Deutschlandumsatz fast verdoppelt. Next-Ten behaupten sich unterschiedlich Die sogenannten Next-Ten-Gesellschaften – die zehn WP-Gesellschaften unterhalb der Big Four – entwickelten sich 2018 recht unterschiedlich: Durch ein Wachstum von 4,8 % bestätigt BDO mit 241,3 Millionen € Rang fünf der Lünendonk-Liste. Neben der Legal Rechtsanwaltsgesellschaft sind bei den BDO-Umsätzen auch Leistungen der Unitesta Revisions- und Treuhandgesellschaft, Oldenburg, sowie der Universa Prüfungs- und Treuhandgesellschaft, Hamburg, berücksichtigt. Neben organischem Wachstum setzt BDO seit Ende 2018 auch wieder auf Zukäufe und Fusionen. So übernahmen die Hamburger die WP-Gesellschaft DPI in Leer und jüngst Dr. Daiber & Partner in Stuttgart. Rödl & Partner rückt indes immer näher an BDO heran: Mit einem Umsatzanstieg von 7,8 % auf 236,1 Millionen € liegt die Professional Service Firm aus Nürnberg auf Position sechs. Ebner Stolz nimmt 200-Millionen-€-Hürde Noch stärker gewachsen ist Ebner Stolz. Mit einem Anstieg von 8,5 % übersteigt die Stuttgarter WP-Gesellschaft erstmals die 200-Millionen-€-Marke und meldet einen Umsatz von 213,2 Millionen €. Zum Achtplatzierten BakerTilly klafft eine Umsatzlücke von gut 60 Millionen €. Die Düsseldorfer WP-Gesellschaft kommt in 2018 auf einen Umsatz von 151,7 Millionen € (+ 2,8 %). Mazars baut Expertise im Finance-Sektor aus Mazars holt mit einem Anstieg von 5,7 % auf und erzielt 2018 einen Umsatz von 143,0 Millionen €. Im Zuge der Prüferrotation hat die Berliner WP-Gesellschaft im zurückliegenden Geschäftsjahr stark auf die Finance-Branche gesetzt. Beispielsweise gewann Mazars das Prüfungsmandat der Volkswagen Versicherung. Und ab dem Jahr 2021 zählt die Investmentbank Goldman Sachs in Deutschland und Großbritannien zu den Prüfungskunden. 59

Publikationen

Online-Intensivlehrgang I/2020
Seminar- und Veranstaltungsübersicht 02 I 2020
Steuerberaterlehrgang 2020
Steuerfachwirtprüfung - Vorbereitungslehrgang auf die Qualifikationsprüfung
Vorbereitungslehrgang auf die Prüfung zum/zur Steuerfachangestellten