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VerbandsNachrichten 4 I 2017

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VerbandsNachrichten 4 I 2017

VerbandsNachrichten 4/2017 I Aus dem Verbandsleben Mitgliederversammlung Von Antonie Schweitzer HGF RA Dr. Scheuerer, Präs. StB WP Harald Elster, VP StB vBP Richard Deußen VP StB Egbert Dahley Mit einer Schweigeminute für die im letzten Jahr verstorbenen Kollegen eröffnete Präsident Elster traditionell die Mitgliederversammlung. Nachdem er die Beschlussfähigkeit der Versammlung festgestellt hatte, ging er zur Tagesordnung über. Der Bericht des Präsidenten StB WP Harald Elster erinnerte daran, dass der Steuerberater-Verband Köln in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert. Seit 2008 steht er als Präsident der berufsständischen Vereinigung vor, die mit aktuell 3.339 Mitgliedern die größte ihrer Art im Regierungsbezirk Köln ist. Unter dem Stichwort „Berufspolitische Informationen“ ging Präsident Elster auf die Anzeigepflicht zu Steuergestaltungen ein und verwies auf den aktuellen Beschluss der Finanzministerkonferenz. Aufgrund der Cum-Ex-Geschäfte werde die Meldepflicht grenzüberschreitender Steuergestaltungen intensiv diskutiert – mehr „politischer Druck auf dem Kessel“ sei kaum vorstellbar. „Die Finanzstaatssekretäre der Länder werden eine Anzeigepflicht für Gestaltungsmodelle im Inland erarbeiten“, kündigte Harald Elster an; Steuervermeidungstricks durch grenzüberschreitende Gestaltungen sollen in Zukunft verhindert werden. Dies sei ein „starkes Indiz, dass die Politik ungeduldig wird“. Im Richtung Politik empfahl der Präsident jedoch dringend: „Runter vom Gaspedal, sonst schaffen Sie ein Bürokratiemonster. Gute Gesetzgebung geht vor puren Aktionismus!“ „Runter vom Gaspedal, sonst schaffen Sie ein Bürokratiemonster. Gute Gesetzgebung geht vor puren Aktionismus!“ Zu elektronischen und computergestützten Kassensystemen stellte er die Frage: Gilt die Ausnahme für Dienstleistungen? In dem Schreiben zum Thema „Kassennachschau“ hätten Bund und Länder deutlich früher entsprechende klarstellende Hinweise geben müssen. Generell bemängelte der Präsident, dass steuerliche Anpassungen gegen Ende der Legislaturperiode innerhalb eines Monats im Schweinsgalopp durch die Ausschüsse gejagt wurden. Insbesondere die EU-Datenschutzgrundverordnung als Ergebnis gesetzgeberischer Schnellschüsse müsse dringend nachgebessert werden. Die Kanzleien sollten das Thema Datenschutz ernstnehmen, mahnte der Präsident und verwies darauf, dass die Datenschutzbehörden gerade ihre Kapazitäten aufstocken, um die Einhaltung der Regeln prüfen zu können. Nach der industriellen Revolution erleben wir heute die digitale Revolution, stellte der Präsident fest. Unser Alltag werde mehr und mehr durch die Digitalisierung beeinflusst. Vernetzung, autonomes Fahren, Digitalisierung – diese Themen bergen auch für die Kanzleien viele Herausforderungen und Chancen. Die Konsequenz: „Wir können uns nicht mehr nur als Steuerfachleute sehen; die betriebswirtschaftliche Beratung nimmt immer mehr Raum ein“. Die Frage „Was bedeutet die Digitalisierung für die Zukunft unserer Kanzleien?“ beantwortete er mit der Aufforderung: „Wir sind die richtigen, um unsere Mandanten als Digitalisierungscoachs zu beraten. Lassen Sie uns zu aktiven Gestaltern des digitalen Wandels werden!“ Abschließend ging Präsident Elster auf die Deregulierungstendenzen in der EU ein und betonte, dass die Freien Berufe zu ihrer Ausübung Regulierungen benötigen. „Ein potentiell unkontrolliertes Deregulieren oder Gleichschalten gefährdet massiv die Integrität unseres Berufsstandes.“ Harald Elster 12

Aus dem Verbandsleben I VerbandsNachrichten 4/2017 VP StB WP Dipl.-Kfm. Gero Hagemeister VP StB Dipl.-Kfm. Harald Patt Berichte der Vizepräsidenten „Unsere Bezirke stellen das Bindeglied zwischen der Geschäftsstelle und den Mitgliedern in den Kanzleien dar“, so VP StB Egbert Dahley eingangs. Er hatte als Vizepräsident die Zuständigkeit für die Bezirke übernommen. Eine wichtige Aufgabe in einem stimmigen Gesamtkonzept: „Die Bezirke pflegen gute Kontakte zur örtlichen Finanzverwaltung, zu den Finanzämtern, zu Institutionen und Unternehmen (Banken etc.).“ Der Verband sei somit auf regionaler Ebene präsent und werde wahrgenommen. Oft genug sei der Bezirksvorstand die erste Anlaufstelle, wenn die Mitglieder Sorgen und Nöte haben. Berufsorganisationen. Dabei habe er das betriebswirtschaftliche Thema in den Fokus gerückt, betonte Harald Patt: „Wir wollen nicht die Steuerberatung durch BWL ersetzen, aber die betriebswirtschaftliche Beratung der Mandanten wird zunehmend wichtiger. Unser Interesse ist nicht die Steuervermeidung, sondern dass unsere Mandanten wirtschaftlich stark bleiben, damit sie uns erhalten bleiben!“ Gemeinsam mit der Kammer sei man das Thema „Offensive Mittelstand“ als Einstieg in eine strukturierte Beratung angegangen. Dieses sei ein allgemeines berufspolitisches Ziel, das die Aufmerksamkeit aller Mitglieder verdiene. Sein Dank, betonte Egbert Dahley, gelte allen Mitgliedern und Mitarbeitern in den Bezirken für die geleistete Arbeit. Auf einer gemeinsamen Sitzung der Bezirksvorstände habe man Strategien entwickelt und bereits mit dem ersten Treffen konkrete Ergebnisse erzielt. Die Resonanz sei insgesamt sehr positiv ausgefallen; es gebe genügend Themen, um die sich der Berufsstand kümmern sollte. „Unterstützen Sie die Kollegen, fordern und fördern Sie die Arbeit in den Bezirken“, appellierte der Vizepräsident. In die Zuständigkeit von VP StB WP Gero Hagemeister fallen unter anderem die Arbeitskreise, in denen der Verband fachliche Themen bündelt: Im Bereich der EDV sei man zum Beispiel schon lange sehr erfolgreich unterwegs; Weitere Arbeitskreise beschäftigen sich mit den Themen Deregulierung, Qualitätsmanagement und Unternehmensnachfolge. Sehr aktiv seien auch der Arbeitskreis Junge Steuerberater (AK JuSt) und die Fachgremien. Über die Arbeitskreise werde das fachliche Netzwerk des Verbandes angereichert, betonte der Vizepräsident und forderte die Mitglieder auf: „Wir machen Ihnen die Angebote. Nehmen Sie die Termine wahr! Beteiligen Sie sich!“ Im Verantwortungsbereich von VP StB Harald Patt liegt unter anderem der Kontakt zu den Hochschulen und anderen VP StB vBP Richard Deußen VP StB vBP Richard Deußen, zugleich Schatzmeister des Verbandes, ist Vorsitzender des Arbeitskreises EDV, der sich mit den Themen Eigenorganisation, Kanzleimanagement und Digitalisierung beschäftigt. Es gelingt jedes Jahr, wie Richard Deußen betonte, renommierte Referenten in die Verbandszentrale zu holen, so auch DATEV-Vorstandsmitglieder. In diesem Jahr werde Dr. Peter Krug über aktuelle Entwicklungen im EDV-Bereich referieren. 13

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