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VerbandsNachrichten 4 I 2017

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VerbandsNachrichten 4 I 2017

VerbandsNachrichten 4/2017 I Sonstige Berufspolitik SONSTIGE BERUFSPOLITIK DStV macht sich für geförderte KMU-Beratung durch Steuerberater stark Steuerberater werden heute von ihren Mandanten nicht mehr allein als Steuerexperten wahrgenommen. Vor allem Unternehmer erwarten von ihrem Berater inzwischen deutlich mehr. Neben der steuerlichen und gestalterischen Begleitung spielt insbesondere die betriebswirtschaftliche Beratung eine immer wichtigere Rolle. Unter bestimmten Voraussetzungen können vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) dabei von öffentlichen Förderprogrammen profitieren. So bietet etwa das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ besondere Zuschüsse, um qualifizierte betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen in Anspruch nehmen zu können. Die Förderrichtlinien sehen gegenwärtig allerdings vor, dass die Beratungsleistungen allein von Personen erbracht werden dürfen, deren überwiegender Geschäftszweck auf eine Unternehmensberatung im Umfang von mehr als 50 % des Gesamtumsatzes gerichtet ist. In der Praxis könnte dies für viele KMU bedeuten, dass die Unterstützung durch „ihren“ Steuerberater regelmäßig nicht förderungsfähig ist, weil dieser anderes als etwa der klassische Unternehmensberater auch Umsätze etwa aus der Deklarationsberatung, der Übernahme von Buchhaltungstätigkeiten oder der Jahresabschlusserstellung erhält. Gerade diese Tätigkeiten aus dem Dauermandat prädestinieren den Steuerberater nach Ansicht des DStV in der Praxis aber dafür, „seine“ Mandantenunternehmen auch in betriebswirtschaftlichen Fragen erfolgreich zu unterstützen. Der DStV macht sich daher im Interesse des Berufsstands mit einer Eingabe gegenüber der zuständigen Behörde, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) derzeit dafür stark, dass KMU in der Bewilligungspraxis auch bei der Beratung durch ihren Steuerberater von entsprechenden Zuschüssen profitieren können, und wird über die weitere Entwicklung berichten. 40

Sonstige Berufspolitik I VerbandsNachrichten 4/2017 Anerkennung von Berufsabschlüssen aus dem Ausland um 15 % gestiegen Im Jahr 2016 wurden nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bundesweit 19.179 im Ausland erworbene berufliche Abschlüsse als vollständig oder eingeschränkt gleichwertig zu einer in Deutschland erworbenen Qualifikation anerkannt. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 16.662 ausländische Berufsabschlüsse anerkannt wurden, entspricht das einer Zunahme um 15,1 %. 13.164 Anträge wurden 2016 als vollständig, 6.015 Anträge als eingeschränkt gleichwertig beschieden. Darunter fallen vor allem Bescheide mit Auflage einer Ausgleichsmaßnahme sowie Bescheide der teilweisen Gleichwertigkeit. Negativ beschieden wurden 669 Anträge. Die Angaben entstammen der amtlichen Datenerhebung auf Grundlage von § 17 des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (BQFG). Das BQFG regelt die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, deren Referenzberufe in Deutschland dem Bundesrecht unterliegen. Insgesamt bearbeiteten während des Jahres 2016 die zuständigen Stellen 27.270 Anerkennungsverfahren, darunter 23.028 Neuanträge. Das waren 21,7 % mehr bearbeitete Anerkennungsverfahren als im Jahr 2015 (22.404). Zu 6.471 dieser laufenden Anträge war Ende 2016 noch keine Entscheidung gefallen. Die mit großem Abstand meisten Anerkennungsverfahren betrafen wie in den Vorjahren medizinische Gesundheitsberufe. Aus dieser Berufsgruppe stammten allein 19.869 der im Jahr 2016 bearbeiteten Verfahren. Darunter betrafen 8.034 Gesundheitsund Krankenpflegerinnen beziehungsweise -pfleger, 7.569 Ärztinnen beziehungsweise Ärzte und 957 Physiotherapeutinnen beziehungsweise -therapeuten. Die meisten Anerkennungsverfahren – 11.889 – bezogen sich auf Abschlüsse, die innerhalb der Europäischen Union erworben wurden. Weitere 7.830 Verfahren hatten Abschlüsse aus dem übrigen europäischen Ausland zum Gegenstand. 7.524 Anträge befassten sich mit Qualifikationen aus dem außereuropäischen Ausland, darunter 5.415 mit in Asien erworbenen Abschlüssen. Am häufigsten wurden im Jahr 2016 Anträge von Personen bearbeitet, die ihre Ausbildung in Rumänien (2.262), Polen (2.259), Bosnien-Herzegowina (2.217) und Syrien (1.989) abgeschlossen haben. (Quellen: www.bfb.de – www.destatis.de ) Gesetz zur Neuregelung des Berufsgeheimnisschutzes in Kraft Am 09.11.2017 ist das Gesetz zur Neuregelung des Schutzes von Geheimnissen bei der Mitwirkung Dritter an der Berufsausübung schweigepflichtiger Personen in Kraft getreten (BGBl. I S. 3618). Es geht für die rechts- und steuerberatenden sowie die prüfenden Berufe mit Änderungen des Berufsrechts sowie des § 203 StGB einher. Berufsrechtlich werden nunmehr die Voraussetzungen und Grenzen festlegt, unter denen etwa Dienstleistern der Zugang zu fremden Geheimnissen eröffnet werden darf. Innerhalb der Grenzen der Befugnisnormen wird eine Offenbarung von Geheimnissen durch den Berufsangehörigen an die zur Erledigung des Mandats eingesetzten Personen wie etwa Angestellte oder auch Wartungsdienste oder IT-Dienstleister, die Arbeiten im Wege des Outsourcings übernehmen, künftig nicht als Verstoß gegen die berufsrechtliche Verschwiegenheitspflicht gewertet und begründet auch kein strafbewehrtes Offenbaren im Sinne von § 203 StGB. Berufsgeheimnisträger müssen künftig allerdings dafür Sorge tragen, dass die einbezogenen Personen zur Geheimhaltung verpflichtet werden. Klargestellt wird auch, dass sich alle Personen, die an der Berufsausübung mitwirken, künftig strafbar machen, wenn sie gleichwohl ein Berufsgeheimnis offenbaren, das ihnen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit bekannt geworden ist. Der DStV begrüßt, dass mit der Gesetzesänderung nunmehr eine gesetzliche Grundlage für das Outsourcing von Dienstleistungen geschaffen worden ist, wenngleich die Rechtssicherheit für die betroffenen Berufsgeheimnisträger mit weitergehenden Konkretisierungen durchaus noch hätte erhöht werden können. Hierzu hatte sich der DStV unter anderem mit mehreren Stellungnahmen aktiv in das Gesetzgebungsverfahren im Interesse der Berufsangehörigen eingebracht. 41

Publikationen

Seminar- und Veranstaltungsübersicht 02 I 2020
Steuerberaterlehrgang 2020
Steuerfachwirtprüfung - Vorbereitungslehrgang auf die Qualifikationsprüfung
Vorbereitungslehrgang auf die Prüfung zum/zur Steuerfachangestellten