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Verbandsnachrichten 4 I 2019

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VerbandsNachrichten

VerbandsNachrichten 4/2019 I Sonstige Berufspolitik SONSTIGE BERUFSPOLITIK Qualität fokussieren In Paris verabredeten sich der Bundesverband Freie Berufe (BFB) und sein französischer Partnerverband L`Union Nationale des Professions Libérales (UNAPL) am 30.10.2019 zu einem Arbeitstreffen. UNAPL war unter anderem durch seinen Präsidenten Michel Picon und den für EU-Angelegenheiten Verantwortlichen François Blanchecotte vertreten, der BFB durch Hauptgeschäftsführer Peter Klotzki. Zentraler Punkt waren die europäischen Visionen ihrer Länder im Vorfeld der Konstituierungssitzung der Europäischen Kommission. Das Thema Deregulierungsbestrebungen der EU-Kommission wurde dabei ebenso diskutiert wie die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Sektor der Freien Berufe. Als wichtiges Zukunftsthema wurde die Künstliche Intelligenz adressiert. Eine Intensivierung des Austauschs der beiden Freundesorganisationen spiegelbildlich zu der politisch beförderten deutsch-französischen Achse ist eines der Ergebnisse dieses Treffens. Entsprechend war das anschließende Treffen mit Alain de Serres, Deputy Director für politische Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Paris, von dem einheitlichen Appell der UNAPL und des BFB geprägt, den Blick auf die Freien Berufe der beiden Länder künftig stärker auf den Aspekt der Qualität der Dienstleistung zu richten. (Quelle: www.freie-berufe.de ) Nachbesserungen am BBiMoG unvermeidlich Im Vorfeld der für den 16.10.2019 angesetzten öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages adressierte der BFB seine Kritik am Regierungsentwurf des Gesetzes zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung (BBiMoG). Beim BBiMoG hakt es aus Sicht der Freien Berufe noch; Nachbesserungen sind unvermeidlich, so Prof. Dr. Wolfgang Ewer, Präsident des BFB. Insbesondere die geplanten neuen Bezeichnungen für die Aufstiegsfortbildung werden der beruflichen Bildung einen Bärendienst erweisen. Gerade die Begriffe ‚Bachelor Professional‘ und ‚Master Professional‘ erhöhen keinesfalls die Attraktivität der beruflichen Bildung. Sie sind irreführend und mithin ein Etikettenschwindel. ‚Bachelor‘ und ‚Master‘ werden ausschließlich mit dem akademischen Bildungsweg verbunden. Mit den im Gesetzentwurf vorgesehenen Abschlussbezeichnungen für den beruflichen Bildungsweg wird jetzt aber nicht nur eine Gleichwertigkeit, sondern auch eine Gleichartigkeit mit den akademischen Bildungsabschlüssen suggeriert. Letztere ist aber gerade nicht gegeben. Zudem passen die neuen Bezeichnungen nicht zum bestehenden System der beruflichen Bildung und bergen eine Verwechslungsgefahr, insbesondere bei der Berufsorientierung. Auch wenn sich zukünftige Arbeitgeber in die neuen Titel reinfuchsen, wird spätestens dem Verbraucher nicht transparent, welche Qualifikationen sich nun tatsächlich hinter diesen Abschlussbezeichnungen verbergen. Der BFB steht voll und ganz hinter dem Ziel, die berufliche Bildung zu modernisieren. Dafür bedarf es aber echter Verbesserungen statt einer Mogelpackung. Durch kontraproduktive Reformen wird das anerkannte und vertraute System der beruflichen Bildung unnötig geschwächt. Die Freien Berufe sind als drittstärkster Sektor nach Industrie und Handel sowie Handwerk engagierte Ausbilder: Bei den Kammern der Freien Berufe wurden 2018 46.245 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Überdies leisten die ausbildenden Freien Berufe einen bedeutsamen Beitrag zur Integration auf dem Arbeitsmarkt: Mit 13,4 % weisen sie nach wie vor den höchsten Ausländeranteil unter allen Bereichen auf. Statt schädlicher Symbolpolitik berufliche Bildung stärken und nicht schwächen Die berufliche Bildung wird nicht dadurch stärker nachgefragt, dass sie mit Bezeichnungen der Hochschulabschlüsse betitelt wird. Die bereits vorhandene Zugkraft der beruflichen Bildung sollte noch sichtbarer gemacht werden und wird tatsächlich gestärkt, wenn eine gute und alle Richtungen aufzeigende Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen eingeführt wird, die die Aufstiegsmöglichkeiten eines beruflichen Bildungswegs deutlich macht. Somit gilt es, bei den anvisierten neuen Bezeichnungen der Aufstiegsfortbildung die vernehmbare Kritik verschiedener Betroffener und deren praktische Bedenken ernst zu nehmen. Der BFB plädiert dafür, die etablierten Bezeichnungen der Aufstiegsfortbildungen grundsätzlich und in den Freien Berufen – wie beispielsweise ‚Steuerfachwirt‘, ‚Rechtsfachwirt‘ oder ‚Notarfachwirt‘ – ohne Änderung beizubehalten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sollten die Verantwortlichen nichts übers Knie brechen und das Inkrafttreten des Gesetzes um ein Jahr auf den 01.01.2021 verschieben. Dann hätten die betroffenen Organisationen, Kammern, Ausbilder und zuständigen Stellen genug Zeit, sich auf die vielseitigen Neuerungen vorzubereiten. (Quelle: www.freie-berufe.de ) 50

Sonstige Berufspolitik I VerbandsNachrichten 4/2019 Mittelstandsstrategie beherzt umsetzen Der BFB begrüßt, so BFB-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer, die Eckpunkte der „Mittelstandsstrategie“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Der darin formulierte Dreiklang „Wertschätzung, Stärkung, Entlastung“ setzt die richtigen Akzente für eine zukünftige und zukunftsgewandte Mittelstandspolitik. Besonders um- und weitsichtig ist das avisierte Ziel, Mittelstandspolitik als Querschnittsaufgabe zu verstehen, die einen konzertierten Einsatz der gesamten Bundesregierung erfordert. Die Belange des Mittelstands sollen künftig in allen Ressorts selbstverständlich mitgedacht werden. Die Freien Berufe sind ein dynamischer Wirtschaftssektor mit überdurchschnittlicher Gründungsintensität und tragen als Teil des Mittelstands entscheidend zu Wachstum und Beschäftigung bei. Bei der detaillierten Ausarbeitung der Mittelstandsstrategie sind diese Potenziale zu flankieren. Im Zuge der weiteren Diskussionen wird der BFB seinen Teil dazu leisten, dass die Mittelstandsstrategie eine Erfolgsgeschichte wird. Wichtige Anliegen der Freien Berufe sind bereits eingeflossen, wie zum Beispiel die Ablehnung der nationalen Anzeigepflicht für Steuergestaltungsmodelle. Die Konzepte zum Bürokratieabbau wie verkürzte handels- und steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen begrüßt der BFB. In puncto „Bessere Rechtsetzung“ soll darauf geachtet werden, dass europäisches Recht 1 : 1 umgesetzt wird. Aus Sicht des BFB muss jetzt noch herausgearbeitet werden, betroffene Branchenvertreter künftig rechtzeitig einzubinden, um Praxistauglichkeit zu garantieren. Der Digitalisierung räumt die Mittelstandsstrategie zu Recht breiten Raum ein. Hier ist es für die Freien Berufe essenziell, dass beim Austausch von Daten der Berufsgeheimnisschutz gewahrt wird. Ein hohes Datenschutzniveau ist für die vertrauensgebundenen Freien Berufe ein zentrales Anliegen, welches auch an die europäische Ebene zu adressieren ist. Melde- und Anzeigepflichten widersprechen dem Gedanken des Berufsgeheimnisschutzes und werden von uns abgelehnt. Auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist der Vertrauensschutz zentrales Anliegen der Freien Berufe. Ethische Leitlinien sowie die Gewährleistung der Nachvollziehbarkeit algorithmischer Systeme für ihre Anwender sind dabei ebenso wichtig wie die Klärung von Haftungsfragen. Auch hier gilt es, europäische Lösungen zu formulieren. Wenn die konkreten Maßnahmen identifiziert sind, sollten sie beherzt umgesetzt werden und Gesetzeskraft entfalten. Hände hoch und Fahrtenbuch-Stift fallen lassen! Achtung, der Jahreswechsel kommt! Sichern Sie Ihren Mandanten jetzt Gutscheincodes und schenken ihnen mehr Zeit und Geld mit dem digitalen Vimcar Fahrtenbuch. vimcar.de/steuerberater Haben Sie noch Fragen? steuerberater@vimcar.de und 030 555 732 980

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Seminar- und Veranstaltungsübersicht 02 I 2020
Steuerberaterlehrgang 2020
Steuerfachwirtprüfung - Vorbereitungslehrgang auf die Qualifikationsprüfung
Vorbereitungslehrgang auf die Prüfung zum/zur Steuerfachangestellten