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beraterdepesche 01 I 2021

beraterdepesche 01 I 2021

schriften über die

schriften über die Aufhebung und Änderung von Verwaltungsakten nicht an. Auch stehe der Änderung der Eintritt der Festsetzungsverjährung nicht entgegen, da der Ablauf der Festsetzungsfrist nach § 171 Abs. 3a AO gehemmt war. BERATERHINWEISE In den Fällen der Beendigung durch Klagerücknahme oder übereinstimmende Erledigungserklärungen endet die Ablaufhemmung des § 171 Abs. 3a AO grundsätzlich mit Abgabe der genannten Prozesserklärungen. Die übereinstimmenden Erledigungserklärungen im Zusammenhang mit der Zusage einer Bescheidänderung führen nach obiger Entscheidung des BFH dagegen noch nicht zu einer unanfechtbaren Entscheidung über den Rechtsbehelf. Kein doppelter Haushalt trotz finanzieller Beteiligung FG Münster, Urt. v. 07.10.20, 13 K 1756/18 E, juris Bei jungen Arbeitnehmern, die nach Beendigung der Ausbildung weiterhin im elterlichen Haushalt ihr Zimmer bewohnen, ist zu vermuten, dass sie im Haus ihrer Eltern bzw. gemeinsam mit ihren Eltern keinen eigenen Hausstand unterhalten. Eine Kostenbeteiligung im elterlichen Haushalt führt nicht zu einer anderen Beurteilung. FG Münster, Urt. v. 07.10.20, 13 K 1756/18 E, StED 2020, 775, juris Streitig war, ob bei den Einkünften der Klägerin aus nichtselbständiger Tätigkeit Werbungskosten für eine doppelte Haushaltsführung steuerlich anzuerkennen sind. Seit dem 01.09.2015 war die Klägerin in K angestellt und mietete zum 01.01.2016 eine 54 qm Wohnung in K an. Die Klägerin meldete ihre Wohnung in K beim dortigen Einwohnermeldeamt als Zweitwohnsitz an. Ihren melderechtlichen Hauptwohnsitz hatte die Klägerin wie bisher im Haus ihrer Eltern. Nach eigenen Angaben der Klägerin befand sich ihr Lebensmittelpunkt im Streitjahr 2016 nach wie vor an ihrem Heimatort. Mit ihren Eltern vereinbarte die Klägerin eine Kostenbeteiligung von 200 € pro Monat. In ihrer Einkommensteuererklärung für das Jahr 2016 machte die Klägerin erfolglos Werbungskosten für eine doppelte Haushaltsführung geltend. Das FG sah die Klage als unbegründet an. Bei jungen Arbeitnehmern, die nach Beendigung der Ausbildung weiterhin im elterlichen Haushalt ihr Zimmer bewohnen, sei zu vermuten, dass sie im Haus ihrer Eltern bzw. gemeinsam mit ihren Eltern keinen eigenen Hausstand unterhalten. Vielmehr sei der junge Arbeitnehmer in einer solchen Konstellation in den (fremden) Hausstand der Eltern eingegliedert, den er nicht wesentlich bestimmt bzw. mitbestimmt. Eine Kostenbeteiligung im elterlichen Haushalt führe nicht zu einer anderen Beurteilung. BERATERHINWEISE Ungeachtet der Neufassung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG gelten die BFH-Rechtsprechungsgrundsätze damit unverändert fort. Die Revision wurde nicht zugelassen. IMPRESSUM Herausgeber: Steuerberater-Verband e.V. Köln I Von-der-Wettern-Straße 17 I 51149 Köln Tel. 02203 993090 I Fax 02203 993099 I info@stbverband-koeln.de I www.stbverband-koeln.de V.i.S.d.P: RA/FAStR Dr.Wilfried Bachem I Redaktion: StB Klaus Wittkowski Redaktionsschluss: 22. Dezember 2020 I Erscheinungsweise: monatlich Bezugspreis Jahresabonnement: Verbandsmitglieder 95 EUR zzgl. 7 % MwSt. I Nichtmitglieder 145 EUR zzgl. 7 % MwSt. Bildnachweis: © BFH, Andreas J. Focke / © adobestock.de Nur für den persönlichen Gebrauch. Vervielfältigungen nicht gestattet.

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