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Verbandsnachrichten 4 I 2018

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Verbandsnachrichten 4 I 2018

VerbandsNachrichten

VerbandsNachrichten 4/2018 I Aus dem Verbandsleben Reinhard Grindel, Präsident des DFB Festvortrag Reinhard Grindel, Präsident des DFB – Deutscher Fußball-Bund e. V. Den mit Spannung erwarteten Festvortrag hielt Reinhard Grindel, Präsident des DFB – Deutscher Fußball-Bund e. V., über „Die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs“. Der Festredner ging eingangs auf aktuelle Entwicklungen ein: Neben einigen erfahrenen Spielern, die das Rüstzeug der Mannschaft sind, werde man in Zukunft verstärkt jüngere Spieler einbauen. Im Jahr 2016 hätten so viele junge Menschen mit dem Fußball angefangen wie noch nie zuvor. Die Rahmenbedingungen seien allerdings durch die wachsende Anzahl der Ganztagsschulen schwieriger geworden. nicht denkbar ohne die vielen Trainer von Vorpommern bis zum Ammersee.“ Die Begeisterung der Jugendlichen könne nur durch motivierte und engagierte Trainer geweckt werden. Kritisch wertete er die Wirkung sozialer Netzwerke, „wenn sich Kinder hinter ihren Handys verstecken“. Wir alle sollten an einem lebendigen Gemeinwesen ein hohes Interesse haben, mahnte er und erwähnte, dass manche Eltern sogar erwarten, dass Erziehungsdefizite im Training abgebaut werden könnten. Wichtig sei eine gute Infrastruktur. In den Großstädten fehle es oft an ausreichenden Fußballplätzen, und auch Köln als einer der Ausrichtungsorte der Euro 2024 habe hierfür Sorge zu tragen. Der Fußball brauche qualifizierte Trainer, betonte der DFB-Präsident, und ohne gute Arbeit an der Basis, auch durch ehrenamtlich Tätige, gebe es keine Spitzenleistung. „Unser Erfolg ist Der DFB-Präsident betonte die Wichtigkeit der Werte Freiheit, Respekt und Menschlichkeit für den Sport und seine integrative Wirkung. „Fußball ist das letzte Lagerfeuer, das das Volk V.l.n.r.: Ministerialrat Ralf Rasche, FM NRW; StB/vBP Peter vom Stein, VP StBK; StB/vBP Richard Deußen, VP StB-Verband; StB Prof. Dr. Werner Görg, Präsident IHK Köln; WP/StB Prof. Dr. Ulrich Prinz RAin Anette Führ, GF Bonner Anwaltverein Köln, Detlef Langer GF IHK Bonn 10

Aus dem Verbandsleben I VerbandsNachrichten 4/2018 versammelt“, so die These des DFB-Präsidenten. Volksparteien, Kirchen, Gewerkschaften und auch TV-Sendungen hingegen verlören an Bedeutung. „Fußball ist das letzte Lagerfeuer, das das Volk versammelt“ Reinhard Grindel In mancher Stadt habe jedes dritte Kind Migrationshintergrund, und seit 2015 seien mehr als 70.000 Migranten in den Vereinen angekommen: „Sie haben Spielerpässe und nehmen regelmäßig am Spielbetrieb teil. In kaum einem anderen gesellschaftlichen Bereich als im Sport und hier auch gerade im Fußball gelingt Integration so spielend, weil es dem Ball egal ist, wer gegen ihn tritt.“ Der DFB stehe für Weltoffenheit, Toleranz und Fairplay – gegen jede Art von Diskriminierung: „Der DFB – so steht es am Beginn unserer Satzung – tritt verfassungsfeindlichen Bestrebungen sowie jeder Form von diskriminierenden und menschenverachtenden Einstellungen und Verhaltensweisen entschieden entgegen.“ Das sei eine gelebte Realität, nicht nur ein Lippenbekenntnis: „Gleichzeitig können sich alle Spieler von der Nationalmannschaft bis zur Kreisklasse darauf verlassen, dass der DFB sich vor sie stellt, wenn sie wegen ihrer Herkunft, wegen ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung angegriffen werden. Der DFB steht für Vielfalt; rassistische Vorfälle auf Fußballplätzen werden von der Kreisklasse bis zur Nationalmannschaft verfolgt und entgegengearbeitet.“ Die Schiedsrichter seien aufgefordert, Zwischenfälle zu dokumentieren. Dank dieser Präventionsarbeit wären Vereine auch heute noch als Stätte der Globalisierung gefragt. Reinhard Grindel ging weiterhin auf die „unglaubliche Wirtschaftskraft des Fußballs“ ein, die ihn interessant mache für Sponsorenverträge. Die wirtschaftliche Entwicklung des Fußballs sei mehr als beachtlich und speise sich aus zahlreichen Erlösquellen. So steige die Auslandsvermarktung Italiens mit der Übernahme Ronaldos durch Juventus Turin, und das meistverkaufte Trikot des FC Bayern München sei das des kolumbianischen Spielers James Rodriguez. Man müsse aus dem Geld aber auch etwas machen können, betonte der DFB-Präsident, und bestimmte Regeln einhalten. In Deutschland werde nachhaltiger als in anderen Ländern gewirtschaftet und das Geld nicht nur für die besten Spieler eingesetzt, sondern auch für die Personen dahinter: Scouts, Physiotherapeuten und andere. Die Stimmung in den Stadien sei in aller Regel ausgesprochen gut, berichtete der Redner, und menschenverachtende Schmähungen gehörten nicht zur Vereinskultur. „Gewalt oder Gewaltauslöser haben in unseren Stadien nichts zu suchen; auch ihnen müssen wir die rote Karte zeigen“, betonte der DFB-Präsident und fügte hinzu, das Problem in den Stadien sei nur gemeinsam zu lösen. V.l.n.r.: VM WP/StB Dipl.-Kfm. Dirk Bremen und VM StB Dipl.-Kfm. Ralph W. Pesch V.l.n.r.: WP/StB Dipl.-Kfm. Marcus Tuschen, Präsident StBV Westfalen-Lippe; VP WP/StB Dipl.-Kfm. Gero Hagemeister; Dipl.-Bw. LL.M. Dr. Elmar Mörtenkötter, GF StBV Westfalen-Lippe Ehrung der Jubilare Hauptgeschäftsführer Dr. Dominik Scheuerer verlas die Namen der Jubilare, denen für Ihre langjährige Mitgliedschaft im Verband gratuliert wurde. Der älteste unter ihnen war 92 Jahre alt. Der bekannteste Name war sicher der des Präsidenten: Harald Elster wurde für seine 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. 11

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