Aufrufe
vor 3 Jahren

Verbandsnachrichten 4 I 2018

  • Text
  • Steuerberater
  • Verbandsnachrichten
Verbandsnachrichten 4 I 2018

VerbandsNachrichten

VerbandsNachrichten 4/2018 I Aktuelles Steuerrecht Nachträgliche Anschaffungskosten nach Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts 1. Mit der Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts durch das MoMiG ist die gesetzliche Grundlage für die bisherige Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Aufwendungen des Gesellschafters aus eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen als nachträgliche Anschaffungskosten im Rahmen des § 17 EStG entfallen. 2. Aufwendungen des Gesellschafters aus einer Einzahlung in die Kapitalrücklage zur Vermeidung einer Bürgschaftsinanspruchnahme führen zu nachträglichen Anschaffungskosten auf seine Beteiligung. BFH, Urt. v. 20.07.2018, IX R 5/15, 6/15 und 7/15, StBdirekt Korrektur unzutreffender Rechtsanwendung beim Bauträger Hat ein Bauträger aufgrund der rechtsirrigen Annahme seiner Steuerschuld als Leistungsempfänger von ihm bezogene Bauleistungen nach § 13b UStG versteuert, kann er das Entfallen dieser rechtswidrigen Besteuerung geltend machen, ohne dass es darauf ankommt, dass er einen gegen ihn gerichteten Nachforderungsanspruch des leistenden Unternehmers erfüllt oder die Möglichkeit für eine Aufrechnung durch das FA besteht (entgegen BMF-Schr. v. 26.07.2017, BStBl I, 1001, Rz 15a). BFH, Urt. v. 27.09.2018, V R 49/17, StBdirekt Erbschaftsteuer – Bewertung erbbaurechtsbelasteter Grundstücke 1. § 23 ErbStG ist auf den Erwerb erbbaurechtsbelasteter Grundstücke nicht anwendbar (Fortsetzung der Senatsrechtsprechung). 2. Mit Einwänden gegen die Rechtmäßigkeit eines Bescheids über die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts kann der Erbschaftsteuerbescheid als Folgebescheid nicht erfolgreich angegriffen werden. BFH, Beschl. v. 25.09.2018, II B 13/18, StBdirekt Streitwert in Fällen der Verlustberücksichtigung Der Streitwert in Fällen der Verlustberücksichtigung ist, soweit möglich, nach den tatsächlichen konkreten einkommensteuerlichen Auswirkungen zu bestimmen. Nur wenn dies nicht möglich ist, sind 10 % des streitigen Verlusts anzusetzen. BFH, Beschl. v. 07.08.2018, IX E 1/18, StBdirekt Besorgnis der Befangenheit eines Richters 1. Die gemeinsame Tätigkeit eines Richters am BFH und eines ehemaligen Richters und nunmehr im vorliegenden Revisionsverfahren Prozessbevollmächtigten in einem Senat bei einem FG begründet keine Besorgnis der Befangenheit, wenn kein engeres persönliches Verhältnis zwischen ihnen besteht. 2. Der gemeinsame wöchentliche Sport in einem Fußballverein, den der Richter am BFH und der Prozessbevollmächtigte während dieser gemeinsamen Tätigkeit am FG ausgeübt haben, führt an sich ebenfalls nicht zu einer Besorgnis der Befangenheit BFH, Beschl. v. 05.09.2018, XI R 45/17, StBdirekt 54

Prüfungswesen I VerbandsNachrichten 4/2018 PRÜFUNGSWESEN WPK-Beirat wählt Präsidium und Vorstand neu Vorsitzender des Beirates bleibt wiederum Dr. Marian Ellerich, Duisburg. Stellvertretende Vorsitzende sind aus der Gruppe der Wirtschaftsprüfer Georg Lanfermann, Berlin, und aus der Gruppe der vereidigten Buchprüfer Erich Apperger, Backnang. Alle Wahlen erfolgten einstimmig. Zu dem vom Beirat gewählten und aus zehn weiteren Mitgliedern bestehenden Vorstand gehören je ein Vertreter der Big Four (PwC, EY, KPMG, Deloitte), vier Vertreter der Gschrei-Liste und drei Vertreter der Ziegler-Liste. Damit sind neben den vier größten WP-Gesellschaften neun Personen aus kleinen und mittleren Praxen im Vorstand vertreten. Am 06.09.2018 trat der neu gewählte Beirat der Wirtschaftsprüferkammer – es hatten 327 Kandidaten aus 11 verschiedenen Listen zur Wahl gestanden – zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Ihm gehören 45 Mitglieder aus der Gruppe der Wirtschaftsprüfer und zwölf Mitglieder aus der Gruppe der vereidigten Buchprüfer an. Der Beirat wählte WP/StB Gerhard Ziegler für eine weitere vierjährige Amtszeit zum Präsidenten der WPK. Als Vizepräsidenten wurden WP/StB Dr. Hans-Friedrich Gelhausen, Frankfurt am Main (Wiederwahl), und WPin/StBin Regina Vieler, Chemnitz (Neuwahl), gewählt. Von den vom DStV nominierten Kandidaten sind im Beirat vertreten: Gruppe der Wirtschaftsprüfer Prof. Dr. H.-Michael Korth, Hannover, StBV Niedersachsen Sachsen-Anhalt Gruppe der vereidigten Buchprüfer Ute Mascher, Hamburg, StBV Hamburg Ingrid Menges, Bayreuth, LSWB Die ebenfalls einstimmig gewählten Ausschüsse Berufsrecht, Berufsexamen, Rechnungslegung und Prüfung sind jeweils paritätisch mit Mitgliedern des Vorstandes und des Beirats besetzt. Konzentration im Abschlussprüfungsmarkt kapitalmarktorientierter Unternehmen nimmt zu Die Analyse des deutschen Wirtschaftsprüfermarktes für das Jahr 2017 der WPK (www.wpk.de/oeffentlichkeit/wirtschaftspruefer/marktstrukturanalyse/ ) zeigt eine hohe und weiter leicht ansteigende Konzentration der Abschlussprüferhonorare auf die vier größten WP-Gesellschaften. Der Gesamtumsatz der Wirtschaftsprüfungspraxen, die Unternehmen von öffentlichem Interesse im Sinne des § 319a HGB prüften, beträgt circa 7,5 Mrd. €. Davon entfallen auf Abschlussprüfungsleistungen circa 1,9 Mrd. €. Bei den Prüfungen kapitalmarktorientierter Unternehmen sind etwa 537 Mio. € angefallen. Dabei verteilen sich 96,2 % der Honorare für Abschlussprüfungsleistungen auf die „Big Four“-Gesellschaften Deloitte, Ernst & Young, KPMG und PricewaterhouseCoopers. Zwischen 2015 und 2017 ist dieser Anteil leicht gestiegen (2016: 94,9 %, 2015: 94,4 %). 436 Wirtschaftsprüferpraxen haben 2.550 Abschlussprüfungen bei dem Kapitalmarkt nahe stehenden Unternehmen durchgeführt. 71 dieser Praxen prüften 1.027 Abschlüsse der Unternehmen von öffentlichem Interesse im Sinne des § 319a HGB. Wirtschaftsprüfer verstärkt in Netzwerken tätig Darüber hinaus ist eine stetig steigende Zahl der im Berufsregister der WPK eingetragenen Netzwerke und der ihnen angeschlossenen Wirtschaftsprüferpraxen zu verzeichnen. Ende 2017 waren 938 WP-Praxen (2016: 885, 2015: 811) in 411 Netzwerken (2016: 371, 2015: 320) registriert. 55

Publikationen